Die Mitglieder der städtischen SPD-Fraktion haben sich am Donnerstag die Henninger Grundschule angesehen. Anlass ist die Schulentwicklungsplanung, wonach die Schule im Jahr 2019 geschlossen werden soll.

Henningen l Irritiert zeigten sich die Mitglieder der SPD-Fraktion am Donnerstagabend in der Henninger Grundschule. Denn Hauptamtsleiter Matthias Holz habe Schulleiter Falko Pabst telefonisch mitgeteilt, "dass 2017 hier Schluss ist", und das, obwohl die Schulentwicklungsplanung des Altmarkkreises den Standort bis zum Schuljahr 2018/19 als gesichert beschreibt, berichtete Pabst seinen Gästen. "Solche Aussagen verunsichern nicht nur uns, sondern auch die Eltern", sagte Pabst.

Was die Sorge noch schürt, ist eine geplante Heizungssanierung, die verworfen wurde. "Da haben wir uns gedacht, dass doch etwas dran sein muss", erzählte Pabst von den Ängsten. Eine Sitzung mit Vertretern des Ortschafts- und des Kreiselternrates, die am Donnerstag ebenfalls stattfinden sollte, wurde verschoben. Pabst kündigte aber bereits an, dass Team und Eltern sich nicht kampflos in ihr Schicksal ergeben würden. Im Juni soll zum Beispiel mit einem Tag der offenen Tür für den Standort geworben werden.

Derzeit verfügt die Grundschule Henningen noch über 124 Kinder. Damit ist sie nicht bedroht. Doch in der Schule werden auch Mädchen und Jungen aus der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf unterrichtet. Und diese Kommune hat selbst Sorgen um Schulstandorte und wird Kinder aus zehn Dörfern, die derzeit noch zum Einzugsbereich von Henningen gehören, langfristig zurückholen.

Zwar gebe es die Zusage von Verbandsgemeinde-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann, nur so viele Kinder abzuziehen, dass auch Henningen als Grundschulstandort gesichert ist, berichtete Pabst. Im Vordergrund stünden aber auch dort die dortigen Schulen.

Schulleiter hat Sorgen um Dährer Sekundarschule

Sollte die Grundschule Henningen geschlossen werden, sieht er die Sekundarschule Dähre in Gefahr. Denn viele Kinder, die bislang noch in Henningen zur Grundschule und anschließend in die Sekundarschule Dähre gehen, würden dann in Salzwedel beschult, erklärte Pabst.

Hauptamtsleiter Matthias Holz bestätigte gestern seine Aussage teilweise. "Sie beruht aber auf der Grundlage, dass mit der Verbandsgemeinde keine Lösung gefunden wird und das Land entsprechende Verordnungen umsetzt", sagte er. Denn dann würde die Grundschule Henningen nicht mehr über genügend Einschüler verfügen, fuhr er fort. Seines Wissens nach wäre das aber erst 2018 der Fall. Laut Schulentwicklungsplanung sollen dann zwölf Kinder eingeschult werden. Die ungewisse Zukunft des Schulstandortes sei der Grund gewesen, warum die Sanierung der Heizung für 85.000 zurückgestellt worden sei, berichtete er weiter. Defekt sei die Anlage nicht: "Es ist nicht kalt im Gebäude."

Die SPD-Fraktion will das Thema nun im Hauptausschuss und im Stadtrat ansprechen, kündigte Norbert Hundt während der Zusammenkunft an. Beide tagen am Mittwoch, 9.April. "Jede Schulschließung auf dem Land ist ein kultureller Verlust fürs Land", sagte er. Es bestehe ein Netz an Grundschulstandorten in der Region, das nicht weiter ausgedünnt werden dürfe. Positiv werteten er und seine Mitstreiter, dass in der Schule kaum Investitionsbedarf bestehe und Turnhalle, Schulhof, Schule und Sportplatz auf einem Gelände liegen. Holger Lahne fordert eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten: "Da kann nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen."