GroßGrabenstedt l Eine rätselhafte Spur im Uferbereich des Harper Mühlenbaches war der erste Hinweis. Ihre Ähnlichkeit mit der Fährte des Iltis war zwar unverkennbar. Im Gegensatz zu dieser führte sie aber direkt in das Wasser. Was für ein Tier hatte sich hier angesiedelt? Dieser Gedanke beschäftigte mich nun schon seit Tagen.

So hatte ich auch heute wieder den Mühlenbach im Bereich der alten Wassermühle aufgesucht. Spuren des rätselhaften Tieres waren aber nicht zu entdecken. Waren sie noch vorhanden, so hatten sie die Regenschauer des recht wechselhaften Wetters verwischt.

Der böige Wind erschwerte zusätzlich die Suche. Er bewegte die Zweige der Bäume und lies dadurch überall am Boden sich bewegende Schatten entstehen.

Das sich an der Uferböschung bewegende iltisgroße Tier wäre dadurch fast übersehen worden. Tiefbraun war sein kurzhaariger Pelz. Kurz und buschig seine Rute. Kinn und Lippen leuchteten kontrastreich weiß. Ein Nerz?

Der als Pelztier begehrte europäische Nerz oder Sumpfotter gilt aber in Deutschland als ausgestorben. Sein naher Verwandter, der nordamerikanische Mink, wird aber seit Jahrzehnten auch bei uns in Farmen gezüchtet.

Viele dieser Farmnerze sind in der Zwischenzeit entwichen. Sie haben sich in der freien Natur fortgepflanzt und vermehrt.

Der europäische Nerz hat eine weiße Ober- und Unterlippe. Dieses Merkmal fehlt zwar dem wildlebenden Mink.

Der in vielen Generationen aus dem Mink gezüchtete Farmnerz zeigt aber eine Vielzahl von Farbspielen. Deshalb ist der Besitz von weißen Lippen heute auch kein Kriterium mehr für einen reinen europäischen Nerz.

Sümpfe, Brüche und Wasserläufe sind die Lebensräume von Mink und Nerz. Die Zehen beider Arten sind durch angedeutete Schwimmhäute verbunden. Beide sind gute Schwimmer und leben überwiegend von Wassertieren.

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