Um junge Leute auf die kommende Europawahl vorzubereiten, stand in diesem Jahr wieder eine Juniorwahl an. Auch die Lessing Ganztagsschule beteiligte sich.

Salzwedel l Wie sieht ein Wahlzettel aus? Welche Parteien stellen sich in diesem Jahr zur Europawahl? Und was muss ich überhaupt tun, damit mein Wahlzettel gültig ist? Antworten auf diese Fragen haben die Schüler der Lessing-Ganztagsschule gestern und vorgestern bei der Juniorwahl erhalten. Monika Bier, Lehrerin für Geschichte und Sozialkunde, ließ die Schüler aus zwei Gründen zur Juniorwahl antreten.

"Zum einen möchte ich, dass die Schüler lernen, ihre demokratischen Rechte auch wahrzunehmen. Zum anderen soll der Sozialkunde-Unterricht sie darauf vorbereiten, sich in unserem Land zurecht zu finden", erklärte sie. Deswegen werden neben Themen wie Recht und Wirtschaft eben auch die Arbeit der Regierung oder des Bundestages besprochen.

Die Ergebnisse der Juniorwahl werden bundesweit ausgewertet. "Das ist wie eine Art Spiegel für unsere Politiker. Damit sie sich ein Bild machen können, wie die 14- oder 15- Jährigen ticken", sagte Bier.

Sechs Schüler der 10. Klasse organisieren die Wahl. Lucas Wittstock hakte die Namen derjenigen Mädchen und Jungen ab, die sich ihren Wahlzettel abholten, Nadezhda Germann gab die Wahlzettel aus. Bei der heutigen Stimmenauszählung wird Leon Stolz als Wahlleiter fungieren. Dazu haben ihn seine Mitschüler gewählt.

"Die Schüler der 10. Klasse sind sehr interessiert, was Politik angeht", erklärte Monica Bier. Sie hat mit ihnen die Krise in der Ukraine besprochen oder auch den Fall Edathy. So diskutierten sie beispielsweise die Frage, ob die Gesetzgebung im Punkt Kinderpornographie streng genug ist. "Wir haben unsere eigene Meinung zu dem politischen Geschehen", sagte Felix Hensel. Der Zehntklässler wird am 25. Mai auf jeden Fall wählen gehen, sagte er. Da er bereits 16 Jahre alt ist, darf er an den Kommunalwahlen teilnehmen. Er findet es wichtig, sein Wahlrecht wahrzunehmen, statt "immer nur zu meckern und nichts zu tun". Sein Klassenkamerad Leon Stolz erzählte von Schülern, die nicht zur Juniorwahl gegangen sind. "Meist ist das der Gruppenzwang. Einer oder zwei sagen, sie haben keine Lust zu wählen, und dann sagen die anderen: `Wir auch nicht!`", versuchte er das Verhalten seiner Mitschüler zu erklären.

Le Floid erklärt Nachrichten auf Youtube jugendgerecht

Beide informieren sich über das politische Tagesgeschehen hauptsächlich über die Plattform Youtube. "Ich schaue sehr gern Le Floid zu, der erklärt Nachrichten jugendgerecht", erzählte Felix Hensel. Auch bei Wahlvideos schauen die beiden Zehntklässler genau hin. "Die Politiker reden zwar viel, aber vieles lässt sich einfach nicht durchsetzen", sagte Felix Hensel. Sie möchten sich selbst ein Urteil über die politischen Verhältnisse bilden. "Gerade jungen Leuten fehlt meist das politische Interesse, weil sie sich machtlos fühlen. Sie glauben, dass sie sowieso nichts ändern könnten", wusste Monica Bier.