Gorleben (bvo) l Kürzlich fragte einer am Sonntag in Gorleben: "Und was wird aus unserem schönen Gorlebener Gebet, wenn Gott unser Gebet erhört und die Castoren verschwinden?" Darauf Pastor i.R. Friedrich Drude: "Dann werden wir 25 Jahre danken!"

Seit 25 Jahren treffen sich jeden Sonntag um 14 Uhr - nur wenige Schritte entfernt von den festungsähnlichen Mauern des Erkundungsbergwerks Gorleben - Menschen verschiedener Konfessionen zum "Gorlebener Gebet". Es sind Handarbeiter, Musikanten, "Unverfrorene" - die Treffen finden auch bei Minusgraden statt. Es sind Gleichgesinnte aus aller Welt, denn es wurden auch Kreuze vom Atomkraftwerk Krümmel und von der geplanten Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf quer durch die Republik in den Gorlebener Tann getragen, um ein Zeichen zu setzen zur Bewahrung der Schöpfung. Es wird musiziert, gesungen und gebetet - und das ausnahmslos an jedem Sonntag.

Andacht mit Bischof Ralf Meister

Am Wochenende endet die Veranstaltungsreihe zum "Jubiläum". Mit Blick auf diese 25 Jahre "Gorlebener Gebet" betont Elisabeth Hafner-Reckers für den Initiativkreis des Gorlebener Gebets: "Es gibt keinen Grund zur Freude." Schon längst hätte Gorleben als Endlagerstandort aufgegeben werden müssen. Allenfalls auf das Durchhaltevermögen der unzähligen Beteiligten könne man stolz sein, so Hafner-Reckers. Am Sonntag, 29. Juni, wird nach einer kurzen Kundgebung um 11 Uhr das "Erkundungsbergwerk" umrundet. Andere Widerstandsgruppen aus dem Wendland, unter anderem auch die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), unterstützen diese Aktion. Die Andacht um 14 Uhr hält der evangelische Landesbischof Ralf Meister aus Hannover. Im Gasthaus Wiese in Gedelitz ist im Anschluss Zeit für Begegnungen und Gespräche.