Vorhang auf zum Besuch der alten Dame: Am 20.Juli ist Theaterpremiere im Kloster Arendsee. Eine bitterbös-komische Dürrenmatt-Tragödie wird im 10. Jahr des Theatersommers auf die Bühne gebracht.

Arendsee l "Die bittere Botschaft ist: Wie käuflich ist der Mensch. Das passt hervorragend in die Zeit und in die wirtschaftlich-gesellschaftlichen Verhältnisse unserer Zeit", erklärte Intendant Alexander Netschajew vom Theater der Altmark gestern beim Pressetermin im Kloster Arendsee. Dort ist am Sonntag, 20. Juli, Premiere im Sommer-Open Air-Spektakel mit Friedrich Dürrenmatts Tragödie Der Besuch der alten Dame. "Das ist ein bitterbös-komisches, sehr kritisches und waches Stück, in dem die Stadt Güllen Sinnbild ist für die Tatsache, dass im Land die Wirtschaft nicht so funktioniert, wie sie sollte", beschrieb er im Gespräch mit Rica Meise und Johan Albrecht Müller vom Förderverein Kloster Arendsee.

Aber: Licht und Schatten liegen nah beieinander. Das werde deutlich angesichts eines furiosen Halbfinalsiegs Deutschlands bei der Fußball-Weltmeisterschaft und der politischen Großwetterlage, die mit den alarmierenden Kämpfen im Nahen Osten deprimieren könne.

"Aber wir spielen Theater, sind mit unserem ganzen Ensemble vor Ort", stellte Netschajew den lokalen Bezug wieder her. 18 Schauspieler, Musiker und Techniker seien dabei, wenn der 10. Theatersommer über die Bühne gehe. "Mit neun Vorstellungen wie im Vorjahr", sagte er. 2013 seien 1100 Zuschauer ins Freilichttheater gekommen. "Da auch unsere bisherigen Open-Airs optimal liefen, hoffe ich das auch für diese Saison."

Auf die Aufführung am 31. Juli werde zugunsten der Oper "Nabucco" auf der Bleiche verzichtet. "Da gab es eine Terminkollision", so Netschajew. Statt der "alten Dame" am Abend gebe es "Die Froschkönigin" für Kinder am Vormittag.

Ab kommenden Montag beginnen im Kloster die Proben. Generalprobe ist am Sonnabend, 19. Juli. Am Premierentag (und den weitere Vorstellungen) sei die Abendkasse ab 19 Uhr geöffnet. Um 20 Uhr ist Spielbeginn. "Wir freuen uns auf das 10. Gastspiel seit dem Auftakt 2005 mit Shakespeares Viel Lärm um nichts", betonte Johan Albrecht Müller. Jedes Jahr habe sich der Veranstaltungsort ein Stück weiter entwickelt. Seit zwei Jahren gebe es die transportablen Zuschauertribünen.

Das bestätigte Bürgermeister Norman Klebe, der in dem Event auch einen Wirtschaftsfaktor sieht.