Beim Kartoffeltag wurde am Sonnabend in Neulingen gezeigt, wie die Feldfrucht aus dem Boden geholt wird. Aber auch Traktoren und alte Gerätschaften konnten Besucher besichtigen.

Neulingen l Bei schönem Wetter hatte Neulingen für Sonnabend zum diesjährigen Kartoffeltag eingeladen. An mehreren Ständen konnten sich die Besucher über die gelbe Knolle informieren. So zum Beispiel an der "Sortenstraße", in der 25 verschiedene Arten ausgestellt waren. Hier gab es zudem hilfreiche Tipps wie Rezepte oder alte Weisheiten.

Einige Meter weiter beeindruckte ein Blumenbeet, auf dem Sonnenblumen und Dahlien wuchsen. Auch für Essen und Trinken war reichlich gesorgt.

Passend zum Thema des Tages wurde natürlich alles angeboten, was sich aus Kartoffeln machen lässt - vom Puffer bis zu Bratkartoffeln.

Besucher ernteten Knollen

Doch bevor ein Gericht zustande kommen kann, muss die Knolle erstmal geerntet werden. Dazu hatte jeder Gast auf dem großen Acker die Möglichkeit. Nachdem Traktorfahrer Delf Birkner-Schönfelder die Kartoffeln mit der Maschine aufgewühlt und herausgeschüttelt hatte, waren Jung und Alt am Zug und sammelten diese in Körbe oder Säcke ein.

Eine andere Methode, aber den gleichen Zweck erfüllend, wandte Walter Heuer, Mitteldeutscher Pflügemeister, an. Mit seinen Pferden "Stern" und "Starboy" bearbeitete er das Feld und nutzte die Technik der Kartoffelschleuder mit Auffangkorb.

Die Tiere riefen vor allem unter den Kindern Begeisterung hervor. Auch das Ponyreiten auf der Wiese bot eine willkommene Abwechslung zum Geschehen auf dem Acker. Des Weiteren konnten sich die jüngeren Besucher auf Schaukeln oder anderen Spielständen vergnügen. Auch diverse Verkaufsstände waren vorhanden, so dass keiner mit leeren Taschen nach Hause gehen musste.

Ein Wein- und Likörhändler bot Kostproben seiner selbsthergestellten Getränke an, die mit Geschmacksrichtungen von Chili-Ingwer über Feige bis zu Holunder Erstaunen bei den mutigen Kostern auslösten. Nur einige Schritte weiter ließen sich Rosemarie Werner und Peggy Bäse beim Spinnen auf die Finger schauen. "Wir sind echte Hobby-Spinnerinnen, das macht uns Spaß", sagten die beiden und lachten.

Traktor- und Oldtimerschau

Während ein Großteil der weiblichen Besucher noch bei Schals, Stickereien, Obst und Gemüse stehengeblieben war, schauten sich die Männer in der Traktoren-Abteilung um.

Denn auch dort war das Aufgebot breit gefächert. Neben Maschinen aus den 1950er-Jahren, so etwa die von Pflugmeister Walter Heuer, fanden sich solche mit der neuesten Technik. Oldtimer und Trabis ließen zudem die Männerherzen höher schlagen.

Beim gemütlichen Spaziergang über das Gelände wurde niemandem langweilig. Diejenigen, die es lieber gemütlich auf einer Bank mit einer Tasse Kaffee oder einem Stück Kuchen mochten, wurden von der Band LINK Arendsee unterhalten, zwei Musiker mit Gitarren, die Lieder aller möglichen Stilrichtungen vortrugen.

Extra aus Lüchow gekommen waren zudem die Jagdhornbläser, die vor allem das ältere Publikum zum schunkelnden Gang bewegten.

"Ich bitte alle Besucher zum Kartoffelturm, der wird nämlich gleich gesprengt", hallte dann die Stimme des Moderators Axel Tiemann aus den Lautsprechern. Umgehend fanden sich zahlreiche Interessenten ein, die das Ereignis mitverfolgen wollten. In einen kleinen mit Holzbrettern umrahmten "Turm", der als Beet fungierte, waren zuvor 400 Gramm Kartoffeln ausgesät worden, woraus nun zehn Kilogramm geerntet werden sollten. Gebaut hatten ihn Sabine und Albrecht Müller.

Hilfe von Gartenakademie

Die Prozedur dauerte einige Minuten. Zuerst mussten alle Holzbretter abgeschraubt werden, um die Erde freizulegen. Diese Aufgabe übernahm Axel Tiemann selbst. Hilfe bekam er von den Erbauern des Projekts. Während Christa Ringkamp von der Gartenakademie Sachsen-Anhalt Informationen zu der gepflanzten Kartoffelsorte gab, konnten immer wieder kleinere und auch sehr große Knollen ausgebuddelt werden. Dies wurde von den Zuschauern mit Applaus begleitet.

   

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