Zühlen (hrä) l Zimmer mit Hotelcharakter und im Fachwerkstil - auf dem Vierseitenhof des JuLe-(Junges Leben)-Kinderheims in Zühlen leben seit 1. September 6- bis 16-jährige Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung. "Sie sind in das gerade erst fertiggestellte Haus eingezogen und werden von unseren Mitarbeitern betreut", erklärte Heimchef Ronald Krüger von der JuLe GmbH und CoKG. "Mein Team hat sich dafür extra qualifiziert", sagte er. So habe sich Hausleiterin Sylke Scheitor spezialisiert und Ergotherapeutin Svenja Bergan, die ihren Bachelor auf dem Gebiet erwarb.

Krüger selbst bildete sich ebenfalls weiter und ist Fachberater für Autismus. "Wir sind die einzige auf stationäre Aufnahme autistisch-gestörter Kinder spezialisierte Einrichtung in Sachsen-Anhalt", betonte er. 12 Plätze stehen zur Verfügung.

"Das Besondere an den Betreungsregeln ist unter anderem, dass gleichbleibende Abläufe eingehalten werden", machte Krüger deutlich. Es dürfe sich auch kaum etwas ändern bei Ansprechpartnern und im Umfeld der Bewohner. "Wichtig sind uns feste Regeln, an die sich alle zu halten haben und für die es ein verständliches Bewertungssystem gibt."

Das gelte auch für die anderen zwölf Kinder, die aus dem Haus Thielbeer nach Zühlen umgezogen sind. Das sind die Jungen mit dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) und der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS). Die ebenfalls von den Schwierigkeiten betroffenen älteren Bewohner im Alter zwischen 14 und 18 Jahren sind dafür nach Thielbeer gewechselt.

"Weil wir jetzt voll belegt sind mit Kindern, muss das Hoftor geschlossen bleiben, damit nicht plötzlich jemand auf die Straße läuft", wies Krüger auf ein Problem an der viel befahrenen Kreisstraße durch Zühlen hin. Er habe deshalb bei der Behörde eine Geschwindigkleitsbeschränkung auf Tempo 30 beantragt. Aber bisher ohne Erfolg.