Der Grundstein für das des neuen Dialysezentrums am Altmark-Klinikum in Gardelegen ist gelegt. Dazu kamen gestern viele am Bau Beteiligte von Investoren und Architekten über Vertreter der Baufirmen bis zu den Kooperationspartnern des Nierenzentrums Stendal.

Gardelegen l Noch vor genau einer Woche stand hier kein Stein. Gestern hätte aus der feierlichen Grundsteinlegung für das Dialysezentrum "fast schon ein Richtfest werden könen", stellte Michael Ziche angesichts des fast fertigen Rohbaus schmunzelnd fest.

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Altmark-Klinikums freute sich sichtlich über den "schönen Termin" auf dem Gelände des Gardeleger Krankenhauses. Denn hier wurde gestern Nachmitag feierlich der Grundstein für das lange geplante Dialysezentrum gelegt.

"Wir können die Eröffnung nicht mehr erwarten."

Dr. Alexander Krainz, Nierenzentrum Stendal

Das Zentrum entsteht in Investitionsgemeinschaft zwischen dem Altmark-Klinikum, das rund 1,8 Millionen Euro in das Hauses investiert, und dem Nierenzentrum Stendal, das die technische Ausstattung in Höhe von rund 530000 Euro übernimmt und sich im Gebäude einmieten wird. Den entsprechenden Kooperationsvertrag hatten Klinikum-Geschäftsführer Matthias Lauterbach und das Stendaler Ärztekollegiums, Dr. Ulrich Watermann, Dr. Alexander Krainz und Dr. Stephan Wolter im Januar unterzeichnet.

"In neun Monaten haben wir dann unser Baby", hatte Wolter damals vorausgesagt. Und das "Kind" war pünktlich, auch dank der Bauunternehmen, die, wie Matthias Lauterbach in seinem Grußwort betonte, "alle aus der Region kommen". Sie hatten in den vergangenen Monaten Abrissarbeiten erledigt, Abwasserleitungen verlegt, die Bodenplatte gegossen und den Rohbau fertiggestellt - bis auf zwei fehlende Steine in der Außenwand. Doch dieses "Loch" war vorgesehen. Dahinter wurde gestern nämlich die Kupferhülse mit der Urkunde der Grundsteinlegung versenkt.

Dazu legte Bauleiter Frank Prönneke ein paar Erinnerungsstücke. Neben einem Satz Euro-Münzen - "Schließlich müssen die nachfolgenden Generationen wissen, womit das Haus bezahlt wurde" - werden jene, die das Gebäude irgendwann einmal umbauen oder abreißen, auch eine Volksstimme vom gestrigen Tag finden.

"Das Projekt zeigt, dass wir das Profil des Klinikums weiter schärfen."

Klinikum-Geschäftsführer Matthias Lauterbach

An Umbau oder gar Abriss dachte gestern indes niemand, sondern an die Eröffnung, die "wir nicht mehr erwarten können", wie Dr. Alexander Krainz, im Namen seiner Kollegen versicherte.

Krainz erinnerte an die Idee zum Dialysezentrum in Gardelegen, die vor etwa 9 Jahren entstand. Fortan "war das einer meiner Lieblingsgedanken", gestand er.

Der Facharzt für Nierenheilkunde erinnerte aber auch an die lange Planungszeit und "zähe Verhandlungen". Die ersten Pläne hatte nämlich die Kassenärztliche Vereinigung durchkreuzt, die einer Niederlassung wegen einer zu weiten Entfernung zwischen Stendal und Gardelegen nicht zustimmte.

Schließlich machte eine Sondergenehmigung den Bau des Dialysezentrums doch noch möglich. Mit dem Termin gestern, sei ihm deshalb"ein großer Stein vom Herzen gefallen", betonte Krainz.

Die baldige Möglichkeit der Dialyse in Gardelegen werde aber vor allem für die Patienten eine Erleichterung sein, erinnerte Krainz. Sie müssen bisher drei Mal in der Wochen teils über 50 Kilometer lange Anfahrtswege nach Stendal zurücklegen. Nun können sie diese Zeit einsparen. "Das bedeutet sehr viel mehr Lebensqualität."

Geplant sei die Eröffnung für Mai 2015, bezifferte schließlich Klinikum-Geschäftsführer Matthias Lauterbach. Er bedankte sich, wie Aufsichtsratschef Michael Ziche, auch bei allen Kooperationspartnern, die in das Projekt involviert sind. Das neue Dialysezentrum zeige, erklärte Matthias Lauterbach, auch den Menschen der Region, "dass wir weiter daran arbeiten das Profil des Klinikums zu schärfen."

 

Bilder