Dähre l Die Polizei kann in ihrem Kampf gegen illegale Rauschmittel einen weiteren Erfolg verbuchen. Sie stellte am Montagabend eine illegale Indoorplantage mit Cannabispflanzen im Rahmen eines Polizeieinsatzes in einer ehemaligen Gaststätte in Dähre fest.

Ein 55-jähriger, in der Altmark wohnender Beschuldigter, wurde zunächst vorläufig festgenommen und später nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen ihn wurde nach Polizeiangaben unverzüglich ein Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet.

120 professionell angebaute Cannabispflanzen, zwei gefüllte Plastiktüten mit abgeernteten, verkaufsfertigen Cannabisblüten (Marihuana) sowie die entsprechende Ausrüstung zum Betreiben der Anlage (Lampen, Bewässerungsgeräte, Lüfter und mehr) wurden sichergestellt.

Weitere kriminalpolizeiliche Ermittlungen erfolgen, weil unter anderem auch der Verdacht besteht, dass an der elektrischen Hausanlage manipuliert wurde.

Wie ein Sprecher der Polizei gestern auf Anfrage der Volksstimme berichtete, handelt es sich bei der Plantage um eine Größe, die bereits an der Grenze zum gewerblichen Handel liege. Es sei deshalb mehr als unwahrscheinlich, dass diese Menge lediglich zum privaten Eigenbedarf angebaut worden sei. Zudem sei bereits ein Teil der in Kübeln gezogenen Pflanzen mindestens einmal abgeerntet worden.

Demnach müsste die Plantage bereits seit längerer Zeit betrieben worden sein, denn normalerweise dauere es sechs bis acht Monate, bis die Pflanzen geerntet werden können. Über den derzeitigen Marktwert der sichergestellten Pflanzen machte die Polizei gestern keine Angaben.

Die getrockneten, meist zerkleinerten harzhaltigen Blütentrauben und blütennahen, kleinen Blätter der weiblichen Pflanze werden Marihuana oder umgangssprachlich aus "Gras" genannt. Nach dem Trocknen werden sie geraucht.