Die Jeetzeschule darf sich berechtigte Hoffnungen auf den Deutschen Schulpreis 2015 machen. Schon jetzt gehört die Einrichtung zu den besten 20 von 110 Bewerbern.

Salzwedel l Der Stolz war Antje Pochte und Berthold Schulze gestern Nachmittag anzusehen. Erst wenige Stunden zuvor hatte die renomierte Robert-Bosch-Stiftung bekanntgegeben, dass die Jeetzeschule Salzwedel zu den besten 20 Teilnehmern des Wettbewerbs um den Deutschen Schulpreis 2015 gehört. Unter den vier teilnehmenden Schulen Sachsen-Anhalts belegt die Einrichtung damit schon jetzt den ersten Platz. - Für die Schulleiterin und den Geschäftsführer eine Bestätigung der Arbeit ihres Kollegiums. "Für uns ist es super unter die ersten 20 gekommen zu sein", sagte Antje Pochte. Für Lehrer wie Schüler sei es ein riesiger Motivationsschub, dass Fachleute von außen anerkennen: "Es ist richtig, was ihr da macht."

Es könnte noch besser kommen. Nach der Auswahl der besten 20 von 110 teilnehmenden Schulen in Deutschland, wird nun eine Jury aus Praktikern und Bildungswissenschaftlern die Jeetzeschule besuchen. Im besten Fall erhält sie anschließend mit dem Hauptpreis ein Preisgeld von 100000 Euro. Doch auch die folgenden Plätze gehen nicht leer aus. Bis zum 15. Rang verteilen Bosch-Stiftung und ihr Kooperationspartner die Heidehof-Stiftung noch einmal insgesamt 143000 Euro. Delegationen der 15 besten Schulen dürfen zudem an der Preisverleihung des Deutschen Schulpreises am 10. Juni mit Kanzlerin Angela Merkel in Berlin teilnehmen.

Die gute Platzierung der Jeetzeschule ist wohl alles andere als Zufall. Bereits von 2007 bis 2011 hatte sich die Einrichtung in Trägerschaft des Vereins Freie Ganztagsschule Altmark am Wettbewerb beteiligt. Und schon damals war sie jeweils unter die besten 50 Schulen gekommen.

Jury kommt am 16. Februar

Die Ansprüche der ausrichtenden Stiftungen sind hoch: Auf zehn A4-Seiten müssen sich die Bewerberschulen zunächst schriftlich dazu äußern, wie sie die sechs Qualitätsbereiche Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution mit Leben füllen. Drei außerschulische Einrichtungen müssen zudem die Qualität der Schule bestätigen. In der praktischen Phase besucht eine Jury danach Unterricht und Projekte, führt Gespräche mit Lehrern, Eltern und Schülern.

Selbst nach einem Preisgewinn können sich die Schulen nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. "Sie sind dazu verpflichtet, regelmäßig Fortbildungsangebote für andere Schulen anzubieten", sagt Berthold Schulze. Der Schulpreis sei eben nicht nur ein Preis, sondern zugleich eine Bewegung von Schulen, die Ideen und Erfahrungen mit Workshops und Seminaren an andere Schulen weitergeben.

Warum die Jeetzeschule beim diesjährigen Wettbewerb ganz vorn landen könnte? Antje Pochte und Berthold Schulze fällt da gleich ein ganzes Bündel von Argumenten ein. "Wir bieten eine individuelle Begleitung der Schüler, fördern die Eigenverantwortung und haben Angebote für alle Altersgruppen", sagt Pochte. "Wir verfolgen einen integrativen Ansatz und entwickeln unser Kollegium als Team", ergänzt Berthold Schulze. Überzeugen müssen sie jetzt nur noch die Jury. Am 16. und 17. Februar schaut sie sich die Jeetzeschule an.