Die Freiwillige Feuerwehr Diesdorf gehört zu den Wehren in der Verbandsgemeinde (VG), die 24 Stunden am Tag einsatzbereit sind. Wehrleiter Mario Meier appellierte an die Aktiven, noch intensiver an den Diensten teilzunehmen.

Diesdorf l Je ein Fahrzeug in Dülseberg und Schadewohl sowie fünf Fahrzeuge in Diesdorf: Diese Zahlen nannte Diesdorfs Wehrleiter Mario Meier am Sonnabend während der Jahreshauptversammlung im Gerätehaus. 60 Aktive würden im Ernstfall ausrücken können. Diese hätten im Vorjahr an 51 Ausbildungsdiensten, 18 Einsätzen und 2 Wettkämpfen teilgenommen. "Ich wünsche mir aber, dass die Beteiligung an den Diensten noch besser wird", sagte Mario Meier.

Er schätzte ein, dass das Jahr 2014 relativ ruhig gewesen sei, die Kameraden aber bemüht sein müssten, das Einsatzwissen weiter zu vertiefen. "Allerdings bringen nur die Einsätze die Routine", fügte er hinzu. Die technische Hilfeleistung solle auf dem eigenen Übungsplatz trainiert werden, der wohl in diesem Jahr fertiggestellt werde.

Das im Vorjahr angebotene Fahrsicherheitstraining sei sehr gut angenommen worden. "Wir hoffen auf eine Wiederholung", wünschte sich der Wehrleiter. Christiane Lüdemann, Bürgermeisterin der VG Beetzendorf-Diesdorf, sagte dies zu.

Die Schulung durch Mitarbeiter der Avacon in Sachen Spannung sei ebenso gut angenommen worden wie die Ausbildung in Sachen Digitalfunk, berichtete Mario Meier. Der Gemeindeausbildungsdienst, der vor zwei Jahren eingeführt wurde, werde fortgesetzt. "Wir haben die Handgriffe an den Biogasanlagen Schadewohl und Peckensen geübt", erinnerte er. Beim ersten Training seien zwei Pumpen ausgefallen. "Es ist besser, die Technik versagt bei der Probe als beim Einsatz", sagte der Wehrleiter.

Er wies darauf hin, dass der vorhandene Chemikalienschutzanzug kaputt gegangen sei. "Die VG-Wehrleitung sollte darüber nachdenken, ob wir einen neuen erhalten könnten. Wir sind weit weg vom Schuss. Bis die Spezialisten da sind, müssen wir schon geholfen haben", erklärte Mario Meier und fügte hinzu: "Es geht um Menschenrettung und um die Absicherung unserer Kameraden." Eine Verkehrszählung der Jugendwehr am 21. August des Vorjahres an der Wittinger Straße hätte ergeben, dass binnen von vier Stunden 5060 Verkehrsteilnehmer unterwegs gewsen seien, darunter 32 als Gefahrguttransporter gekennzeichnete Fahrzeuge. "Es können auch mehr unter den gut 200 Lastern gewesen sein, was wir nicht bemerkt haben", fügte er hinzu. Christiane Lüdemann wies darauf hin, dass alle Ortswehren für den Grundschutz verantwortlich und auch entsprechend ausgestattet seien. Dazu würden spezielle Schutzanzüge nicht gehören. "Die Dienstkleidung muss das abkönnen. Wenn sie kaputt gehen sollte, dann wird sie ersetzt", sagte die Bürgermeisterin. Allerdings würden derzeit noch Gespräche mit der Firma Storengy laufen, mit der auch über das Thema Chemikalienschutzanzüge gesprochen werde. "Wenn es Ergebnisse gibt, dann werde ich Sie informieren", versprach sie.

Mario Meier erinnerte zudem daran, dass die Diesdorfer Wehr seit vier Jahren darauf dränge, einen neuen Rettungssatz zu erhalten. Der vorhandene sei Baujahr 1991 und entspreche nicht mehr dem heutigen Stand der Technik und der Stabilität der Autokarossen. "Nur mit besserer Technik können wir die Einsatzzeit minimieren und die sogenannte goldene Stunde von der Ankunft am Unfallort bis zur Ankunft des Verletzten im Krankenhaus einhalten", erklärte er. Christiane Lüdemann informierte, dass im diesjährigen Haushalt für die Diesdorfer Wehr ein Schneidgerät, ein Spreizer und eine Motorpumpe mit Antrieb geplant seien. Am 26. Februar, einen Tag nach der Planungsausschuss-Sitzung, werde das Zahlenwerk in der Verwaltung rund gemacht. "Die Diesdorfer Wehr steht mit der Rettungstechnik an oberster Stelle, damit sie professionell arbeiten kann", betonte sie.

Deshalb bemühe sich die VG derzeit auch um Fördergelder für ein Löschfahrzeug 20, das in Diesdorf stationiert werden und im nächsten Jahr gekauft werden solle. Laut Innenministerium würden neun Anträge für sechs zu vergebene Förderungen vorliegen. Im April solle es den Bescheid geben. "Dann werden Sie als Wehrleiter auch mit in das weitere Vorgehen einbezogen", reagierte Christiane Lüdemann auf die Kritik von Mario Meier, bislang zu wenig darüber informiert zu sein.

VG-Wehrleiter Bert Juschus berichtete über den Besuch der Leitstelle in Stendal. "Dort arbeiten parallel nur drei Leute, so dass sie alles Eingegangene nur nach und nach abarbeiten können", machte er deutlich.

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