Punkt 10 Uhr hat gestern die Gestaltung des Salzwedeler Rathausturmplatzes begonnen. Oberbürgermeisterin Sabine Danicke ließ es sich nicht nehmen, höchstpersönlich mit dem Bagger die erste Schaufel Erde aus dem Boden zu graben. "21 Jahre Streit um den Platz haben ein Ende, ein Anfang ist gemacht", sagte sie freudestrahlend. In den nächsten drei bis vier Monaten soll Salzwedels zentraler Platz für 195 000 Euro attraktiv hergerichtet werden.

Salzwedel. Frauen und Technik... Sabine Danicke strafte dieses Vorurteil gestern Lügen, als sie im Bagger-Führerhaus Platz nahm und gekonnt die Schaufel in den Boden grub. Ganz unbedarft ist sie ja nicht, gab die Oberbürgermeisterin zu. Schließlich sei sie im Besitz des Gabelstapler-Führerscheins.

Seit gestern früh ist der 1250 Quadratmeter große Platz eingezäunt. Soweit waren die Planungen schon einmal, als das niedersächsische Unternehmen KTM ein Kaufhaus errichten wollte, sich die Pläne aber in Luft auflösten. Diesmal sind gleich vollendete Tatsachen geschaffen worden. Denn das beauftragte Bauunternehmen von Klaus-Dieter Blümler begann noch am gestrigen Tage mit der Beseitigung der Feldsteine und dem Erdaushub. "Zirka 1000 Kubikmeter Boden werden gelöst, etwa 20 Kubikmeter Frostschutzmaterial im Bereich des Brunnens eingebracht und rund 200 Meter Borde gesetzt", erklärte Tiefbau-Sachgebietsleiterin Martyna Hartwich. Am längsten würden die 60 Zentimeter tiefen Ausschachtungsarbeiten dauern, danach werde wesentlich schneller der Baufortschritt zu sehen sein. Die südwestliche Platzhälfte wird mit Granitsteinen gepflastert, die andere erhält eine Rasenansaat. Auf dieser Fläche sollen im nächsten Frühjahr auch Krokusse blühen. In der Mitte des Platzes wird ein ebenerdiger Brunnen in Form eines Flusslaufs installiert, der momentan in Rostock angefertigt wird. Um ihn gruppieren sich Holzbänke. Im Nordosten sollen zwölf Säulenplatanen den Platz säumen, eine Firma hat Spendenbereitschaft signalisiert. Die Sparkasse Altmark West will laut Oberbürgermeisterin einen Kupferstich vom Neustädter Rathaus stiften, das 1895 an dieser Stelle abgebrannt war und dem Platz - seitdem Brachfläche - seinen Namen gab.

Die aktuelle Kostenplanung beläuft sich auf 195 000 Euro - 49 000 Euro mehr als ursprünglich geschätzt. "Der Platz soll ja auch schön werden und nicht nur mittelmäßig, das haben sich die Bürger verdient", verteidigte Sabine Danicke die Mehrkosten. Der städtische Eigenanteil liegt bei einem Drittel, da das Vorhaben aus dem Förderprogramm "Städtebauliche Sanierungsmaßnahme" finanziert wird. Die restlichen Gelder steuern zu gleichen Teilen Bund und Land bei. Klaus-Dieter Blümler geht von einer drei- bis viermonatigen Bauzeit aus.

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