Eines muss man Ihnen lassen, liebe Leser. Was das Thema Ortskenntnis in Schönebeck und Umgebung betrifft, kann Ihnen keiner etwas vormachen. Das haben Sie auch diese Woche wieder beim Heimaträtsel bewiesen.

Elbenau l Eine eisgekühlte Erfrischung - was gibt es besseres nach einer Radtour an einem warmen Sommertag? "Die beste rote Fassbrause, die ich je getrunken habe gab es damals in der Gaststätte ¿Zur goldenen Blume\' in Elbenau", erinnert sich V. Höpfner. Genau diese zeigt das Bild unseres dieswöchigen Heimaträtsels. Wie viele andere Leser hat auch Margit Rotemann aus Elbenau das richtig erkannt. Sie ist unsere Siegerin und kann sich ein kleines Präsent in der Redaktion abholen.

"Das Haus war damit nochmals etwa hundert Jahre älter als die Elbenauer Kirche."

Thoralf Winkler aus Elbenau bedauert, dass das eigentlich unter Denkmalschutz stehende älteste Haus Elbenaus Anfang der 1990er Jahre abgerissen wurde. "Scheinbar hat sich zu dieser Zeit niemand um Baudenkmale gekümmert", vermutet er. Dabei steckte doch so viel Tradition in der "Goldenen Blume". "Die Jahreszahl, die im Hausbalken eingehauen war, war aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, möglicherweise 1637. Das Haus war damit nochmals etwa hundert Jahre älter als die Elbenauer Kirche", erinnert sich Thoralf Winkler.

Auch Harald Bahr sehnt sich nach der alten Zeit zurück. "Das Essen war gut und preiswert. Irgendwie vermisse ich dieses Lokal mit dem Biergarten und dem Spielplatz noch heute", sagt er. Ihre zahlreichen Anrufe und Zuschriften, liebe Leser, beweisen, dass die Gaststätte "Goldene Blume" eine wahre Perle in Elbenau war.

Die Einkehr nach einer Radtour oder Wanderung wurde für viele zur lieb gewonnenen Gewohnheit. "Bei einer Radpartie oder beim Herrentag haben wir dort immer Halt gemacht", erzählt Wilfried Berlin aus Schönebeck. In Sabine Adlers Kindheit war der leckere Kartoffelsalat mit Bockwurst in der "Goldenen Blume" die perfekte Stärkung bei einer Radtour.

Rolf Werner aus Schönebeck schätzt nicht nur Speis und Trank der Gaststätte, sondern auch die freundliche Bedienung. "Irgendwann in den siebziger Jahren machten wir auf dem Rückweg eines Ausflugs bei der "Goldenen Blume" Halt. Wir hatten wahnsinnigen Hunger, leider war die Tischzeit schon vorbei. Doch wir hatten Glück: Die Wirtin lud uns in ihre Wohnstube ein und servierte uns leckere hausgemachte Rouladen", erinnert er sich. Vielleicht handelte es sich bei dieser herzensguten Frau ja um Hannelore Krause - sie hat damals für einige Wochen die ¿Goldene Blume\' als Urlaubsvertretung übernommen."

"Außerdem war jede Woche Kino im großen Saal."

Christel Altwasser aus Schönebeck war als Kind in einem Ferienlager im Gasthaus zur "Goldenen Blume". Es gab einen großen Saal, in dem sie geschlafen hat, erinnert sie sich. Wie gut, dass das Reiseziel in Elbenau nicht weit von Schönebeck entfernt liegt. Denn die kleine Christel Altwasser wurde krank und musste von ihrer Mutti mit dem Fahrrad abgeholt werden.

Zum ersten Mal Tanzen gehen - dieses Jugenderlebnis fand für Angelika Paul aus Pretzien in der "Goldenen Blume" statt. "Außerdem war jede Woche Kino im großen Saal", erzählt sie.

Ein Wehrmutstropfen bleibt: Schade, dass die traditionsreiche Gaststätte heute nicht mehr existiert - sicher hätten noch viele schöne Nachmittage und Abende dort verbracht werden können. Nur die Fassbrause für 20 Pfennig, an die sich V. Höpfner erinnert, würde es zu diesen Konditionen wohl nicht mehr geben ...

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