Der Neubau der Haberlandbrücke wird erst Ende Juni 2014 fertiggestellt. Ursprungstermin war der kommende Oktober. Das Hochwasser soll ein Grund für diese Verzögerung sein.

Elbenau l Es tut sich etwas an der Baustelle der Haberlandbrücke. Lange hatte keiner mehr daran geglaubt. Am 16. September sind die Bauarbeiten aus ihrem offensichtlichen Dornröschenschlaf erwacht. Jedoch nicht ohne Nebenwirkungen. Denn der Neubau der Haberlandbrücke wird nicht wie geplant im Oktober, sondern erst im Juni 2014 fertig. Und die Kosten werden sich wohl um rund die Hälfte erhöhen. Was ist der Grund für diese Umstände?

"Es gibt zwei Ursachen", sagt Donka Götz von der Straßenbauverwaltung des Salzlandkreises. "Am 2. Mai gab es eine Baubehinderungsanzeige durch den Baubetrieb", blickt sie zurück. Damals wurden bei den Abbrucharbeiten der Fundamente der alten Straßen- und Radwegbrücke noch die Fundamente einer alten Brücke, die wohl 1945 abgerissen wurde, gefunden. Diese mussten zum Einen zusätzlich entfernt werden. Des Weiteren hat das zur Folge, dass die neue Brücke sozusagen mit einem anderen Fundament gebaut werden muss. Im Fachdeutsch ist das die Gründung. Und das wiederum hat eines zur Folge, nämlich höhere Kosten.

"Wir rechnen damit, dass die Kosten um die Hälfte steigen", sagt Donka Götz gegenüber der Volksstimme. Soll heißen: Die anfangs veranschlagten 612000 Euro Baukosten werden sich um die Hälfte erhöhen. "Die neue Kostenberechnung ist nicht unerheblich", schätzt Götz ein. Das bringt ein Problem für den Landkreis: Er hat das zusätzlich notwendige Geld nicht. Selbst der Ursprungspreis wird nicht komplett aus dem Haushalt des Kreises bezahlt. "Wir haben größtenteils Förderungen nach dem Entflechtungsgesetz und Finanzausgleichsgesetzes erhalten", erklärt sie und hofft nun, dass auch die Zusatzkosten nachträglich gefördert werden.

Die genaue Höhe der Mehrkosten kann sie noch nicht beziffern. Denn: "Wir befinden uns noch in den Nachtragsverhandlungen mit der Baufirma." Die Bauarbeiten an sich seien davon aber nicht betroffen, versichert Götz.

Doch ist das alles die Erklärung dafür, dass die Bauarbeiten, die bereits am 3. April begonnen haben, jetzt erst weitergehen? Nein. "Auch das Hochwasser hat uns beeinträchtigt", berichtet die Mitarbeiterin der Straßenbauverwaltung weiter. "Als das Pretziener Wehr gezogen wurde, war auch der gesamte Baustellenbereich massiv überflutet", beschreibt sie. Und: "Wir mussten die Baustelle komplett räumen."

Dadurch, dass der Wasserstand im Umflutkanal nach dem Hochwasser jedoch noch lange Zeit sehr hoch war, konnten die Bauarbeiten immer noch nicht weitergehen. Erst Anfang September erlaubte der Wasserstand weitere Arbeiten an der Brücke. Also wurde die Baustelle wieder hergerichtet, und die Bauarbeiter haben am 16. September die Bauarbeiten wieder aufgenommen. "Wenn alles gut geht, dann wird die Brücke Ende Juni 2014 fertiggestellt", nennt Donka Götz ein mögliches Ende dieser Geschichte.

Die Bauberatung für die Arbeiten an der Haberlandbrücke findet regelmäßig Dienstag ab 9 Uhr vor Ort statt.