Mitte des Jahres soll die neue Haberlandbrücke fertig sein. Dann kann die Straße zwischen Schönebeck und Plötzky wieder befahren werden. Die Finanzierung für das Bauprojekt ist gesichert. Das Land hilft mit Flutgeldern.

Schönebeck/Elbenau/Plötzky l Von einem "heroischen Ziel" spricht Ralf Felgenträger. Doch der Leiter des Kreiswirtschaftsbetriebes zeigt sich überzeugt, dass Mitte des Jahres, geplant ist im Juni, die neue Haberlandbrücke zwischen Schönebeck und Plötzky fertig ist. Der Kreiswirtschaftsbetrieb ist für diese Strecke zuständig, der Kreis Bauherr für die neue Überführung.

Über ein Jahr werden die Bauarbeiten gedauert haben, wenn jetzt wie geplant alles fertig sein soll. Im April 2013 wurde die alte Brücke abgerissen, die aufgrund massiver Schäden bis dahin nur noch einspurig befahrbar war. Eigentlich sollte alles im Oktober letzten Jahres fertig sein. Doch Fundamente einer noch älteren Überführung traten bei den Abrissarbeiten der Straßen- und Radwegebrücke zutage. Der Kreis musste neu planen. Die Baukosten haben sich erhöht.

Dann kam die Jahrhundertflut. Ralf Felgenträger: "Das Hochwasser führte zur Überflutung der bereits errichteten Baugruben." Auch habe die hohe Strömung der über das Pretziener Wehr teilweise in den Umflutkanal abgeleiteten Elbe dazu geführt, dass es zu sogenannten Kolkerscheinungen, also zu Vertiefungen, und zu erheblichen Abträgen im freiem Baufeld kam, sagt der Chef des Kreiswirtschaftsbetriebes. Ist das Wehr gezogen, wird die Haberlandbrücke komplett überflutet, das soll auch beim Neubau so sein. "Zum anderen wurden die bereits freigelegten Zufahrtsstraßen durch den Materialabtrag beschädigt." Das alles führte noch einmal zu zusätzlichen Kosten.

Für den Neubau - ohne die Flutschäden - sind jetzt rund eine Million Euro veranschlagt. Geplant waren anfangs 612 000 Euro. Fest steht aber: "Die Gesamtkosten für das Projekt Haberlandbrücke sind gedeckt", sagt Ralf Felgenträger. Auch weil es eine Finanzspritze aus Magdeburg gibt. Denn der Kreis hat die Flutschäden an der Baustelle dem Land Sachsen-Anhalt gemeldet und Förderung zur Schadensbeseitigung beantragt (Kasten). Dem sind intensive Schadensbegutachtungen seit der Flut vorausgegangen, um einen qualifizierten Antrag stellen zu können. "Das Land hat den Antrag auf Schadensbeseitigung bewilligt", kann Ralf Felgenträger verkünden und hat darüber bereits auch den Betriebsausschuss des Kreiswirtschaftsbetriebes informiert.

Der Landkreis wiederum hat die unfreiwillige Baupause während des Hochwassers genutzt. Dass es die alten Fundament noch gibt, sei im Vorfeld nicht abzusehen gewesen. Die neue Brücke wird anders als vorgesehen gegründet. "Es musste eine grundlegende Umplanung des Fundamentes vorgenommen werden." Diese Umplanungen seien erfolgt, und der Salzlandkreis als Bauherr "realisiert nunmehr das Projekt", sagt der Kreiswirtschaftsbetriebsleiter. Seit dem 7. Januar arbeiten die Bauleute wieder.

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