Schönebeck l Human-WG - so lautet der Titel eines Projektes, mit dem sich die Städtische Wohnungsbau GmbH (SWB), die Bürgerstiftung Salzland und das Netzwerk Demenz beschäftigen. In dieser Wohngemeinschaft soll der Hospizgedanke zum Tragen kommen.

"Wir wollen Sterbebegleitung mit viel menschlicher Wärme in humaner Atmosphäre bieten", sagt Sigrid Meyer, Geschäftsführerin der SWB. Davon leite sich auch der Name des Projektes ab. Im Grunde genommen geht es darum, eine Wohnform zu schaffen, in der Menschen ihre letzte Lebensphase verbringen. Bereits seit zwei Jahren stehe diese Idee im Raum. "Vor zwei Jahren haben sich der Stadtseniorenrat, die Volkssolidarität, die Bürgerstiftung und wir als SWB intensiv mit diesem Thema beschäftigt", blickt Meyer zurück. Damals, so das hehre Ziel, wollten die Akteure ein Hospiz in Schönebeck gründen.

"WG-Bewohner können eigen Tagesablauf bestimmen."

"Doch von dem Gedanken haben wir uns dann schnell verabschiedet", berichtet die SWB-Chefin weiter. Denn bei einer als Hospiz ausgerichteten Einrichtung müssten spezielle Zugangsvoraussetzungen der Krankenkassen erfüllt werden. "Das entspricht nicht unserem Ansinnen", sagt Meyer. Also wird es künftig kein Hospiz in Schönebeck geben, dafür eine Human-WG.

Diese baut auf die Kombination von fachlicher Hilfe und Begleitung durch die Angehörigen. "Dabei kann jeder Betroffene und seine Angehörigen selber wählen, wann wie viel Hilfe benötigt wird und ab wann, also wie lange, die Wohngemeinschaft genutzt werden soll", erklärt Meyer. Soll heißen, die Bewohner werden dann auch weiterhin ihren Tagesablauf genauso wie den Pflegedienst selbst bestimmen. Eigenständigkeit soll hier groß geschrieben werden - nur mit dem kleinen Unterschied, dass sich aufgrund der Wohnform gewisse Synergieeffekte ergeben können.

Entstehen wird die Human-WG in der Garbsener Straße. Bauherrin ist die SWB. Hier betreibt das Wohnungsunternehmen bereits ein ähnliches Projekt: Die Demenz-WG. Bei dieser Wohnform ist die Resonanz gut. Und die Erfahrungen lassen die Verantwortlichen zuversichtlich sein, dass sie mit ihrem neuen Projekt ebenso auf offene Ohren stoßen werden.

Die Human-WG wird für zehn Bewohner ausgelegt sein. Dass der Bedarf da ist, darüber sind sich die Projektpartner einig. "Wir wissen aus Gesprächen mit Ärzten in der Region, dass ein solches Angebot nötig ist", sagt Meyer, die das Projekt unter anderem beim Ärztestammtisch in Schönebeck vorgestellt hat.

Anfang 2015 sollen nach dem Willen von Sigrid Meyer die Umbauarbeiten in dem Wohnhaus abgeschlossen sein.

"Wir hoffen in diesem Projekt auf ehrenamtliches Engagement."

Als einen weiteren Partner bei der Umsetzung weiß die SWB-Chefin bereits die Grünen Damen im Boot. Sie werden künftig nicht nur Patienten im Krankenhaus und Bewohner der Altenheime besuchen, sondern auch in der Human-WG Trost und Beistand schenken. "Ich kann mir auch vorstellen, dass junge Menschen einen gewissen Anteil an den Bewohnern der Human-WG nehmen werden", benennt Meyer ihre Hoffnung auf eine breite Unterstützung. Denn, so Sigrid Meyer: "Wir wollen das Projekt mit viel Wärme füllen, deshalb hoffen wir auf ehrenamtliches Engagement."