Schönebeck-Frohse l Am Pfingstmontag wird die St.-Laurentii-Kirche in Frohse eingeweiht (siehe Infokasten). "Für uns als Kirchengemeinde ist das ein ganz großer Höhepunkt. Auch für Frohse allgemein", sagt Johannes Schulz, Pfarrer im Ruhestand, und sichtlich stolz, über das Erreichte berichten zu können. Denn wie steht schon in der Einladung geschrieben:

13 Jahre ...

Elan und Zuversicht

Bauschutt und ungeahnte Hindernisse

Verzweiflung und Kleinmut

Behördenstreit und Resignation

Glaube und Hoffnung

... 13 Jahre

Seit 2001 ist an der Kirche gearbeitet worden, um sie wieder zu einem Gotteshaus zu machen. Denn: 1979 ist St. Laurentii aufgegeben worden. Weil die Gemeinde so klein war und die Schäden am Bau immer mehr zunahmen. "Für eine so kleine Gemeinde war eine Sanierung dieser Kirche einfach nicht möglich. Das Pfarrhaus reichte aus. Darum ist die Kirche entwidmet worden", erklärt Johannes Schulz.

Der Kirchenkreis Schönebeck hat 1983 dann eine eigene Bauabteilung gegründet. Standort: die entwidmete Kirche in Frohse. Nach der Wende brauchte die Kirche dann keine eigene Bauabteilung mehr und hat die Kirche an die Firma Franke-Bau vermietet.

Als Pfarrer Schulz 1991 nach Frohse kam, lernte er schnell den Blick aus seinem Arbeitszimmer schätzen und lieben: Er sah direkt auf die Kirche und vor allem auf die wunderschönen Fenster, die der Künstler Christof Grüger als seine ersten Glasarbeiten geschaffen hatte.

Doch er sah auch, dass der Zahn der Zeit an der Kirche nagte. Den Gemeindegliedern und ihm war klar: Es muss etwas passieren, die Kirche muss saniert werden. Doch wenn investiert wird, solle sie auch wieder als Gotteshaus nutzbar sein. Man verständigte sich darauf, den Altarraum abzutrennen und somit einen Raum für etwa 100 Leute zu schaffen. Der Rest der Kirche konnte so weiterhin Bauhof bleiben. "Für Frohse reicht der Altarraum völlig aus. Die Baufirma und wir kommen super miteinander aus", lobt Schulz.

Gesagt, getan: Ab 2001 wurden die Kirchtürme neu gedeckt und verputzt, das Kirchenschiff saniert. "Als die Grundsubstanz hergestellt war, klemmte es bei der Finanzierung", erinnert sich Johannes Schulz. Doch an Aufgeben war nicht zu denken. Immer wieder wurden Anträge auf Förderung gestellt. Im Wesentlichen sei das Projekt vom Kirchenkreis und aus eigenen Mitteln durch Pachteinnahmen finanziert worden. Wie viel Geld in die 13 Jahre dauernde Baumaßnahme St. Laurentii geflossen ist, kann er nur grob schätzen: 500 000 bis 750 000 Euro. Jetzt sei fast alles fertig ... bis auf Kleinigkeiten. Zum Beispiel dem separaten Zugang zur Kirche.

Nun sind die 13 Jahre Bauzeit geschafft - ein guter Grund zum Feiern. Und alle sind herzlich eingeladen.