Die Lessingschule in der Neuen Wohnstadt ist auf dem besten Weg, ein wirkliches Schmuckstück zu werden. Die Volksstimme informierte sich kürzlich über den Stand der Bauarbeiten an der Grundschule.

Calbe l Noch gut acht Wochen sind es, dann beginnt in Sachsen-Anhalt das neue Schuljahr. Dieses Datum ist gesetzt, denn dann sollen endlich alle Calbenser Grundschüler in dem fast vollständig renovierten Gebäude in der Lessingstraße unterrichtet werden. "Aus heutiger Sicht können wir den Schulbetrieb pünktlich aufnehmen", versprach kürzlich Ines Schmidt, Leiterin der Calbenser Bauverwaltung.

Derzeit arbeiten 18 Firmen in der Lessingschule

Tatsächlich ist beim Rundgang in dem Gebäude der Grund mittlerweile erkennbar, auch wenn sich noch Stühle, Kartons und jede Menge Dreck in den Fluren stapeln. "Im Moment arbeiten hier 18 Firmen gleichzeitig", führt Schmidt weiter aus. Koordination ist da das A und O. Und so wird gleichzeitig am Dach und an der Fassade, am Fußboden und an der Elektroanlage gearbeitet. Die Reinigungsfirma wird in den nächsten Wochen erwartet.

Ganz oben, in der zweiten Etage, sind die Klassenräume bereits so gut wie fertig. Neuer Fußboden wurde gelegt, die Decken abgehängt und mit einer neuen Beleuchtungsanlage versehen, die Wände gestrichen und Garderobenleisten angeschraubt. Ein Meilenstein ist sicherlich die neue IT-Anlage, für deren Nutzung die baulichen Voraussetzungen im gesamten Haus gelegt wurden. "Für die dritten und vierten Klassen haben wir dank großzügiger Förderung auch eine Ausstattung bekommen", berichtet die Bauleiterin stolz. So werden die Kinder bald an interaktiven Tafeln lernen können und für die Nutzung im Unterricht Laptops zur Verfügung haben.

Im Erdgeschoss erstrahlt der zukünftige Speisesaal in leuchtendem Zitronengelb, das einen schönen Kontrast zum dunklen Fußbodenbelag bildet. Kücheneinbauten und die Nebenräume für das Küchenpersonal folgen in wenigen Wochen. Weiter sind die Bauarbeiter hingegen in der Sporthalle, die innen und außen einen neuen Anstrich bekam, neue Fenster, eine gedämmte Fassade und ein entsprechend erneuertes Dach. Wie beim Hauptgebäude stand die energetische Sanierung im Vordergrund, die, so erlaubten es die Förderbedingungen, mit einer allgemeinen Sanierung Hand in Hand ging.

Energetische Sanierung von Dach und Fassade

Schaut man sich die Schule von außen an, sind die gewaltigen Fortschritte der vergangenen Monate unübersehbar. Das Dach auf der Schulhofseite ist fertig, große Teile der Dämmung sind angebracht und auf der Rückseite wurden neue Fenster eingebaut. "Die auf der Straßenseite haben wir natürlich nicht ersetzt", klärt Schmidt auf, denn die waren erst vor wenigen Jahren mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II eingebaut worden. Mitte Juli werden die beiden Fluchttreppen geliefert, so dass sich die Schule endgültig brandschutztechnisch auf dem neuesten Stand befindet. Die Einteilung in Brandabschnitte war baulich bereits bei der Sanierung der Flure umgesetzt worden. Auch energetisch ist das rund 60 Jahre alte Gebäude nach der Dämmung von Dach und Fassaden sowie mit den neuen Fenster nun gut aufgestellt.

"Sicherlich werden Anfang September noch Restarbeiten zu erledigen sein", räumt die Leiterin der Bauverwaltung ein. Das Gros und vor allem alles, was Dreck macht, sind dann aber, so der derzeitige Plan, erledigt. Muss es übrigens auch, denn die Fördermittel müssen bald verbaut und wenig später auch abgerechnet werden. Ein paar Dinge von der großen Wunschliste bleiben zudem ebenfalls aus finanziellen Gründen über. "Das Behinderten-WC im Erdgeschoss haben wir lediglich baulich vorbereitet", sagt Schmidt, meint damit insbesondere die entsprechenden Anschlüsse. Die Erneuerung des Sportplatzes muss genauso warten, wie der Anbau an die Turnhalle, in dem einmal die Geräte untergestellt werden sollen.

Wenn am ersten Schultag die Calbenser Grundschüler ihre so gut wie neue Schule in Besitz nehmen, werden mehrere Millionen Euro in deren Ertüchtigung geflossen sein. Ein Großteil davon waren Fördermittel. Der Bauverwaltung und auch den Stadträten, die die Vorschläge mittrugen, wird es zu verdanken sein, dass mit den wenigen zur Verfügung stehenden Mitteln ein wirklicher Meilenstein für die Bildung in Calbe gelegt wurde. So gaben die Räte erst im Februar den gesamten Rest des Erlöses aus dem Krankenhausverkauf frei, um die Sanierung der Klassenräume zu ermöglichen. Ein Blick in die bereits fertiggestellten Zimmer beweist: Es hat sich gelohnt.

 

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