Elbenau/Plötzky l Wenn man als Stadt eine Brücke "geschenkt" bekommt, kann man sich auch einmal ganz unverhohlen freuen. Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) steht die Freude bei der Einweihung der neuen Haberlandbrücke förmlich ins Gesicht geschrieben, als er dem Landkreis, den Planern und den Bauleuten für ihre Arbeit dankt. "Sie haben ein Stück wichtige Infrastruktur nach Schönebeck gebracht", lobt der Stadtchef. Weil die Haberlandbrücke an einer Kreisstraße liegt, zeichnet der Landkreis auch für den Neubau verantwortlich. Ein Projekt, von dem aber besonders Schönebeck, seine ostelbischen Ortsteile und die Rad fahrenden Gäste der Region profitieren.

Denn, so sagt es Bert Knoblauch auch, die Zeit der Kompromisse, der langen Umleitungen und der, von der Polizei mit Argwohn beobachteten, heimlichen Umfahrungen auf dem "Kapweg" sei vorbei. Der Landkreis als Bauherr habe für ein sehr gutes neues Bauwerk gesorgt. "Die alte Brücke, mit ihren klappernden Holzbohlen und mit der eingeschränkten Fahrbahn wird schnell vergessen sein", so der Schönebecker Stadtchef.

Bauwerk für Hochwässer besonders gesichert

In der Tat stellt die Haberlandbrücke eine Besonderheit im Salzland dar. Sie steht mitten im Umflutkanal. Wird das Pretziener Wehr bei Hochwasser gezogen, fließt ein Teil der Elbe hier an Schönebeck und Magdeburg vorbei. Dabei wird die Brücke überflutet.

Von den Planern und Bauleuten forderte das eine spezielle Herangehensweise. "Wir haben eine Rahmenkonstruktion entwickelt, die Hochwassersituationen standhält", sagt Henning Klapötke, Bauleiter Brückenbau in der beauftragten Firma Ost Bau. Für die Experten sei die Haberlandbrücke ein "mittelgroßes Vorhaben".

Der Ersatzneubau sei ein einfeldriger Stahlbetonrahmen aus Ortbeton mit kastenförmigen Widerlagern. Die Brücke steht auf Unterwasserbeton im Spundbohlenkasten gegründet. Für die Straße, die nun wieder gleichzeitig vom Verkehr beider Richtungen benutzt werden kann, haben die Bauleute einen speziellen Unterspülschutz eingebaut.

Die Brücke besitzt zudem einen erhöhten Kolkschutz. Das heißt, die Überführung ist besonders vor Vertiefungen, die in fließenden Gewässern oder überfluteten Flächen auftreten können, geschützt.

Landrat Markus Bauer (SPD) als "Bauherr" machte deutlich, dass ein solch ambitioniertes und technisch hochversiertes Bauvorhaben nur gelingen konnte, weil der Kreis viel Förderung von Bund und Land erfahren habe.

Dieses Zusammenwirken ganz nach den entsprechenden Möglichkeiten müsse symbolisch werden für das Agieren im Landkreis. Für Schönebeck sei es so gelungen, eine wichtige Anbindung zwischen Kernstadt und Orten herzustellen. Aber auch der Tourismus in der Region und die weitere touristische Erschließung profitiere von der neuen Haberlandbrücke.

"Ich freue mich, dass beim Neubau auch gleich an einen Radweg gedacht wurde", so der Kreischef. Er forderte die Ostelbier anlässlich der Brückenweihe auf, den Tourismus als wichtigen Standortfaktor für ihre Region zu begreifen und ihn auch zu leben.

 

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