Mitsamt Freunden und Familie hat Daniela Heyer vom Calbenser Kinderbauernhof das Kinderhospiz in den Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg besucht. Dort lernte Volksstimme-Praktikantin Jasmin Otto die sechsjährige Josi und ihre Familie kennen, worüber sie nachfolgend berichtet.

Calbe (vs) l Josi hatte als Kleinkind bereits zwei Schlaganfälle, die ihren Gehörgang schädigten. Durch ihren angeborenen Herzfehler musste man auch, trotz ihres jungen Alters, eine Herztransplantation durchführen. Dies alles beeinträchtigt auch ihre Sprache, denn bis zum dritten Lebensjahr konnte sie nur wenige Worte, wie Mama oder Papa sagen. Die Grunderkrankung bleibt und so muss man auch immer eine Lebensverkürzung im Hinterkopf behalten. Ihre Eltern haben ihre Selbstständigkeit aufgegeben, wie sie sagen, um ihrem Kind so gut es geht zu helfen. Unter anderem bastelten sie zu Hause, und das wurde dann über die Klasse von Josi verkauft. Der Erlös geht an das Kinderhospiz.

Eine andere Geschichte handelt von dem volljährigen Martin, der eine Muskelschwunderkrankung hat. Der junge Mann ist in sich gekehrt und zurückhaltend. Angesichts des vor ihm stehenden Pferdes wirkt er leicht verunsichert. Doch nach einer Runde auf dem Pferderücken ist er fröhlich und glücklich.

Das Kinderhospiz besteht seit März 2013, und über zehn Pflegekräfte unterstützen die Familie auf den meist letzten Schritten ihres Kindes. Nach der Kontaktaufnahme der Eltern oder einer Klinik folgt ein Vorstellungsgespräch mit dem Kind, um die Entscheidung der Eltern zu erleichtern und bei einer Zusage diese auch bei der Antragstellung zu unterstützen, erläutert Berit Wallmann vom Kinderhospiz. Willkommen sind Kinder ab der Geburt an bis hin zum 18. Lebensjahr, selten aber auch bis zum 25. In Magdeburg können acht Kinder gleichzeitig aufgenommen werden, die Angehörigen können natürlich die ganze Zeit mit ihrem Kind verbringen. Steht die Diagnose der Lebensverkürzung, so hat das Kind ein Recht auf 28 Tage Entlastungspflege jährlich. Die meisten Kinder haben genetische Defekte, wie Muskelschwund oder Stoffwechselerkrankungen, selten gibt es auch Krebsfälle. Ist ein Kind von uns gegangen, so pflegt das Hospiz viele Rituale, die den Abschied erleichtern, wie das Waschen, das Einbetten, das Anzünden einer Kerze und die Andacht des häuslichen Seelsorgers.

Hilfe für Angehörige

Die Angehörigen haben die Möglichkeit, einen Schmetterling zu basteln, wo sie die eine Hälfte behalten und die andere ihrem Kind mitgeben. Sie können aber auch Seiten in einem Erinnerungsbuch gestalten. Jeden November findet eine Gedenkzeit mit einer Andacht und einem Kaffeetrinken statt, die nochmal an die Verstorbenen der vergangenen Jahre erinnert. Doch die Unterstützung der Gesellschaft prägt, denn die Kinder finden so Beachtung und zeigen Mut und Anerkennung. Das zeigte sich auch beim Besuch des Kinderbauernhofes Calbe. Der ist Ende 2011 von Daniela Heyer gegründet worden und zwar ausschließlich mit Hilfe von Verwandten und Bekannten. Die ehemalige Physiotherapeutin hat ihr Hobby zum Beruf gemacht, und heute bietet sie unter anderem mit den Pferden Therapien für Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen an.

Durch Schicksalsschläge des näheren Umfelds nahm sie Kontakt zum Kinderhospiz auf und brachte einige Tiere, mit denen die Kinder sich beschäftigen konnten, als auch Sach- und Geldspenden.

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