Im Gewerbegebiet West wächst derzeit ein sieben Meter hoher Stahlbau empor. Die neue Produktionshalle ist ein weithin sichtbares Zeichen für die Erweiterung eines Calbenser Traditionsunternehmens. Voraussichtlich im Mai soll sie fertig sein.

Calbe l Drei Monate nach dem ersten Spatenstich kann Bauherr Andreas Ernst das Richtfest für eine beachtliche Firmenerweiterung feiern. Dazu hat der Geschäftsführer der mittelständischen CNC Dreher und Fräserei Werner Brandt eKfm. am Dienstagnachmittag unter der traditionellen Richtfestkrone neben einigen Mitarbeitern auch am Bau beteiligte Fachleute versammelt.

Geschäftsführer Torsten Bäcker von der Magdeburger Soehne GmbH verzeichnet angesichts des sehr milden Winters einen zügigen Baufortschritt. "Wir sind schon etwas weiter als geplant", freut sich der Ingenieur, obwohl die Dacharbeiten wegen der aktuellen Stürme aus Sicherheitsgründen etwas warten müssen. Zudem seien anfängliche Herausforderungen dank professioneller Zusammenarbeit hervorragend gemeistert worden. "Das Baugelände wies einen Höhenunterschied von rund 1,70 Meter auf", erklärt Bäcker. Der Untergrund wurde daraufhin vermörtelt und verfestigt und damit der Hallenbau "in Waage" ermöglicht. Wände und Dach des Neubaus wirken aufgrund ihrer Oberflächenstruktur schalldämmend.

Für den großen Tag in der Firmengeschichte bemüht Geschäftsführer Andreas Ernst nichts weniger als die Weltliteratur und wählt ein Zitat aus dem Saint-Exupéry-Klassiker "Der kleine Prinz", in dem es heißt: "Man kann nicht in die Zukunft schauen, aber man kann den Grund für etwas Zukünftiges legen - denn Zukunft kann man bauen." Allerdings legten dem Bauherren in der bisherigen Bauphase einige Unbekannte Steine in den Weg. "Kurz vor Weihnachten wurden uns zahlreiche Rollen Dachdämmung von der Baustelle gestohlen", beklagt Ernst.

Calbes Bürgermeister und Wirtschaftsförderer Sven Hause begrüßt aus Sicht der Stadt ausdrücklich die Erweiterung und beschrieb Firmenchef Andreas Ernst mit einem kurzen Schiller-Zitat: "Der kluge Mann baut vor." Mit einer Investition in die Zukunft für Halle und neue Maschinen in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro würden in der Saalestadt nicht nur zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, sondern es auch Jugendlichen ermöglicht, eine solide Ausbildung zu erhalten. Die Entwicklung des Gewerbegebietes West bewertet das Stadtoberhaupt positiv. "Bis auf eine Gewerbefläche wurden alle übrigen Grundstücke veräußert", erklärt Hause.

Wenn der Bau weiter so positiv wie bisher verläuft, kann die Halle noch im Mai diesen Jahres fertiggestellt werden. "Dann feiern wir wieder", blickt Andreas Ernst bereits voraus. Seit dem Jahr 2008 führt der ehemalige Angestellte und Maschinenbau-Ingenieur das Unternehmen.

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