Im dritten Quartal soll das Demenzservicezentrum in der Wilhelm-Hellge-Straße fertiggestellt sein. Das Projekt der Bürgerstiftung Salzland - Region Schönebeck bietet dann Wohnen und Beraten in einem Haus.

Schönebeck l Ein wesentliches Bauprojekt in Schönebeck nimmt konkrete Züge an. Die Rede ist von dem Demenzservicezentrum, das sich in der Wilhelm-Hellge-Straße im Entstehen befindet.

"Im dritten Quartal wird es fertiggestellt sein", sagt Sigrid Meyer, Geschäftsführerin der Städtischen Wohnungsbau (SWB). Das Unternehmen ist der Bauherr. Die Projektidee stammt von der Bürgerstiftung Salzland - Region Schönebeck.

Der zweigeschossige Bau hat eine Bedeutung für die Elbestadt, die nicht von der Hand zu weisen ist - damit fällt Schönebeck eine Vorreiterrolle zu. "Wir schaffen hier zwei Wohngruppen, deren Zielgruppe an Demenz Erkrankte sind", erklärt Sigrid Meyer. Geplant sind Wohngruppen für einerseits acht Demenzkranke und andererseits für acht Paare, bei denen ein Partner erkrankt ist.

"Ende des ersten Quartals werden wir für die Vermietung aktiv in die Werbung gehen", kündigt Sigrid Meyer an. Die Wohnungen sind unterschiedlich groß - für Einzelpersonen rund 28 Quadratmeter, für Paare zwischen 60 und 90 Qua-dratmeter.

Betreut werden die Bewohner rund um die Uhr durch einen Pflegedienst. Ebenfalls in dem Haus integriert ist eine Tagespflege, die laut Sigrid Meyer in keiner Konkurrenz zu dem Angebot der Alzheimergesellschaft in Frohse stehen wird. "Einer Prognose nach gibt es mehr als 700 Demenzfälle in Schönebeck", sagt die Geschäftsführerin. Und: "Die Quote wird steigen." Folglich bestehe ihrer Meinung nach eher eine Unterversorgung hinsichtlich der Tagespflege, die es pflegenden Angehörigen ermöglicht, sich selbst einmal Freiräume zu schaffen.

Doch das Gebäude dient nicht nur dem Aspekt Wohnen. "Auch die Bürgerstiftung wird mit ihrem Beratungsangebot einziehen", sagt die SWB-Chefin. "Es gibt viele Angehörige, die erst einmal hilflos sind", argumentiert Meyer.

Die Baukosten für das Demenzservicezentrum betragen 2,4 Millionen Euro. Davon werden 532000 Euro durch das Sozial- sowie das Bauministerium gefördert. "Wir gelten als Modellprojekt in Sachsen-Anhalt", sagt Sigrid Meyer dazu.

Während der Bau an sich durchgeplant ist, so gebe es noch einiges zu tun hinsichtlich des geplanten "Lebensgartens". Hierunter versteht Sigrid Meyer Grünflächen und Hochbeete auf rund 1000 Quadratmeter Fläche. Auf die Art sollen die Sinne wie fühlen, riechen und schmecken bei den Demenzkranken angeregt werden. Deshalb solle sich die Bepflanzung nach wissenschaftlichen Erkenntnissen richten. "Den Garten wollen wir soweit es geht kostenfrei anlegen", sagt sie und verbindet das mit der Hoffnung, dass sich Freiwillige finden, die die ein oder andere Pflanze beziehungsweise ihren körperlichen Einsatz dafür spenden. Die Arbeiten sollen im Frühjahr beginnen.