Die Schönebecker Elbauenbrücke wird am morgigen Mittwoch mit einem Architekturpreis ausgezeichnet. Die in London ansässige Institution of Structural Engineers hat das Bauwerk als das beste der Welt im Jahr 2014 gekürt. Initiiert wird der Preis von 27000 Bauingenieuren und Statikern aus 105 Ländern.

Schönebeck/London l Und nun Schönebeck: Die Elbauenbrücke wird ab morgen im gleichen Atemzug mit großartigen Brückenbauwerken der Welt genannt. Nach der Stonecutters Bridge in Hong Kong, der Compiegne Bridge in Nordfrankreich und der Taizhon Bridge in China erhält nun die Schönebecker Elbbrücke den renomierten "Structural Award 2014" in der Kategorie "Straßen- und Eisenbahnbrücken". Am morgigen Mittwoch soll der Preis direkt an der Brücke im Beisein von Sachsen-Anhalts Landesbauminister Thomas Webel (CDU) übergeben werden.

Initiiert wird die Auszeichnung vom altehrwürdigen britischen Instution of Structural Engineers mit Sitz in London. Die Vereinigung ist eine weltweit tätige Berufsorganisation für Ingenieurbau. Sie hat derzeit 27000 Mitglieder in 105 Staaten der Erde. Die Institution fördert und zeichnet professionelle Bauingenieure und die damit verbundenen Bauwerke aus.

"Die Jury ist von der schlichten Eleganz der Brücke beeindruckt. Sie ist ein Wahrzeichen."

Gegründet wurde die Institution bereits im Jahr 1908 vor dem Hintergrund, Standards und Regeln bei der Verwendung von Beton im industriellen Bauwesen festzulegen. Seit dem Jahr 1968 werden in unterschiedlichen Kategorien Preise für bedeutende Bauwerke auf der Welt vergeben. Dafür tritt eine hochkarätige Jury aus Architekten zusammen. An der Spitze des 18-köpfigen Gremiums steht Professor David A. Nethercot (London).

Wie Jon Wallace, Pressesprecher des Institution of Structural Engineers in London auf Anfrage der Volksstimme mitteilte, war die Jury von der vor eineinhalb Jahren fertiggestellten Brücke sehr angetan. "Die Jury ist von der schlichten Eleganz der Brücke, die perfekt in die umgebende Landschaft, passt, beeindruckt. Sie schafft ein wahres Wahrzeichen", schreibt Jon Wallance, und damit trifft die Jury auch die Meinung vieler Schönebecker. Die Brücke gebe nach Ansicht der Jury eine "aerodynamische Stabilität, zeigt glatte Linien und eine scheinbare Tiefe", schreiben die Experten weiter in der Begründung.

Die verantwortlichen Planer sind das Unternehmen Leonhardt, Andrä und Partner mit Hauptsitz in Stuttgart. Eine entsprechende Nachfrage der Volksstimme zur Auszeichnung blieb bis gestern Nachmittag leider unbeantwortet. Bauherr der Schönebecker Elbauenbrücke war die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, gebaut wurde die Brücke von einem Unternehmen in Darmstadt.

Die 1129 Meter lange Elbauenbrücke Schönebeck besteht aus einer 309 Meter langen südlichen Vorlandbrücke, einer 489 Meter langen Hauptbrücke über die Elbe und einer 331 Meter langen nördlichen Vorlandbrücke. Die Hauptbrücke ist eine Schrägkabelbrücke aus Stahlverbund mit 185 Meter Hauptspannweite und einem sogenannten A-Pylon.

London, Istanbul, Christchurch, Moskau, Glasgow und nun auch Schönebeck

Der Zweitplatzierte für den Brückenbauwerkspreis des Jahres 2014 ist die Hun River Ribbon Bridge in Shenyang (Foto oben links). Sie zeichnet sich durch ihre markante Bogengeometrie aus. Vor allem bei der Spiegelung im Wasser macht die Brücke einen leichten und eleganten Eindruck. Bemerkenswert ist auch der Sieger des vergangenen Jahres: die Taizhon Bridge über den bekannten Jangtsekiang in China (Foto oben rechts). Die Brücke überspannt den Fluss auf einer Breite von sagenhaften 1080 Metern.

Die verliehenen "Structural Awards 2014" wurden bereits im November des vergangenen Jahres in London übergeben. Ausgezeichnete Bauwerke stehen in Städten und Dörfern in Großbritannien, der Türkei, in Neuseeland, Russland, Kanada, Ruanda, Australien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Und nun auch in Schönebeck.

 

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