Zwei wichtige Tagesordnungspunkte beschäftigten sich bei der jüngsten Hauptausschusssitzung mit dem Schutz vor Drängewasser. Es ging um den sogenannten Qualmdeich bei Tornitz und eine "Verwallung" westlich von Groß Rosenburg.

Barby l "Der Stadtrat beschließt, das Büro PMI aus Magdeburg mit der Planung und Durchführung der Maßnahme `Errichtung eines Qualmdeiches zum Schutz vor Hoch-, Grund- und Drängewasser in Tornitz` zu beauftragen", heißt ein Tagesordnungspunkt der kommenden Stadtratssitzung am 12. März. Es wird angemerkt, dass der Beschluss "vorbehaltlich der noch abzuwartenden Stellungnahme des Landesbetriebes für Hochwasserschutz" (LHW) gelten wird. Denn der LHW müsse erstmal grundsätzlich klären, wer für dieses Vorhaben zuständig ist.

Willensbekundung für den Deich hinter dem Deich

Der Hauptausschuss stimmte dieser Vorgehensweise in seiner jüngsten Sitzung zu. Rund 70000 Euro würde der Eigenanteil für die Stadt Barby betragen. Eine aufkommende Diskussion darüber, wer für Pflege- und Instandsetzungsmaßnahmen eines solchen Deiches oder andere Details verantwortlich wäre, erdete Ortsbürgermeister Ernst Neugebauer mit den Worten: "Darum geht es jetzt erstmal nicht. Es geht nur darum, dass wir den Qualmdeich wollen."

Zur Erklärung: Der Deich nahe Tornitz steht auf Platz drei der Prioritäten(wunsch-)liste der Maßnahmen zum Schutz vor Grund-, Hoch- und Drängewasser der Einheitsgemeinde. Er soll Tornitz wie auch die nachfolgenden Orte Barby, Pömmelte und Glinde nebst Ackerflächen vom Saale-Drängewasser entlasten, das an seinem Quellort bereits verringert würde. (Hier bringt sich die Ur-Saale bei großen Hochwassern in Erinnerung, deren ursprüngliches Bett heute der Tornitz-Barby-Glinder Landgraben markiert.) Es handelt sich sozusagen um einen Deich hinter dem Saaledeich, der Drängewasser abfängt, das durch den Untergrund des Dammes durchsickert und Qualmwasser genannt wird.

In vorhergehenden Diskussionen zu diesem Thema hatte sich der Landesbetrieb für Hochwasserschutz positiv zur Sinnhaftigkeit dieses Vorhabens geäußert. Daran erinnerten sich mehrere Hauptausschussmitglieder. "Wir müssen jetzt sehen, ob der LHW das heute auch noch so sieht", sagte Amtsleiterin Karin Knopf.

Ein ähnliches Problem gibt es auf der südlichen Saaleseite westlich von Groß Rosenburg in Richtung Trabitz. Hier muss ein Wall von der Gemarkung "Altes Spittel" bis zur "Sandschelle" gebaut werden, um das Drängewasser im Zaume zu halten. Erst beim Winterhochwasser Ende 2013 wurden hier Bigbags und Sandsäcke verlegt, um Rosenburg zu schützen. Sie liegen noch immer, was allerdings keine Dauerlösung sein kann.

Jegliches Wasser muss durch Rosenburg fließen

Durch Errichtung eines Walls im Winkel von 70 Grad zum bestehenden Saaledeich soll das Hineinfließen des Wassers in die "Sandschelle" aus Richtung Trabitz minimiert werden. Jegliches Wasser, das in dieser Gemarkung "entsteht", sucht seinen Weg durch Groß Rosenburg.

Die Gesamtausgaben für den Wall betragen rund 41000 Euro, die Stadt wäre mit einem Eigenanteil von 14000 Euro dabei. Auch mit dieser Maßnahme wird sich der Stadtrat demnächst beschäftigen. Wie im Falle des Qualmdeiches stimmten die Hauptausschussmitglieder dem Vorhaben zu.