Sportlich ist es am Sonnabendvormittag in Kleinmühlingen zugegangen. Denn Horst Schäfer vom Friedensfahrtmuseum hat zum traditionellen Treffen ehemaliger Friedensfahrtteilnehmer eingeladen. Das lockt Radfahrer und Sportfreunde in den Bördeland-Ort, so dass vor dem Museum Blitzlichtgewitter herrscht.

Kleinmühlingen l Freude ist den Menschen ins Gesicht geschrieben. Spannung liegt in der Luft. Der Grund ist einfach: Horst Schäfer, Initiator und das Gesicht des Kleinmühlinger Friedensfahrtmuseums hat zu einem besonderen Termin eingeladen. "Wir feiern mit euch unser Friedensfahrer-Fest", überschreibt er die Veranstaltung. Bereits das vierte Jahr in Folge hat Horst Schäfer ein solches Treffen organisiert. Dabei kommen Sportler zusammen, die einst bei der Friedensfahrt teilgenommen haben, und Freunde des Rennsports. Dieses Treffen kommt immer noch gut an. Das spricht für sich.

Und so ist der Platz vor dem Museum am Sonnabendvormittag gut besucht, als die Schalmeien aus Kleinmühlingen das Treffen musikalisch einläuten. Im Anschluss folgt die Vorstellungsrunde der einstigen Rennsportgrößen - dabei zücken die Besucher ihre Kameras. Dieses Mal dabei sind folgende Sportler:

* Joszef Hirth, Friedensfahrt-Teilnehmer

* Elisabeth Eichholz, 1965 Weltmeisterin

* Tarek Aboul Zahab, von 1962 bis 1965 viermaliger Teilnehmer

*Be Huizing, Friedensfahrt-Teilnehmer

* Wolfgang Wesemann, Friedensfahrt-Teilnehmer

* Immo Rittmeyer, Olympia-Teilnehmer

* Karel Stark, Olympia-Teilnehmer

All jene Stars des Rennsports erhalten bei der Gelegenheit ein besonderes Andenken. Eine Medaille und ein Kuscheltier, gekleidet im Friedensfahrt-Shirt. "Die haben wir extra für das Treffen anfertigen lassen", berichtet Horst Schäfer. Dass die kleinen Gesten gut ankommen, dessen ist sich der Kleinmühlinger gewiss. "Tarek beispielsweise hat schon drei Medaillen zuhause und hält sie in Ehren", berichtet Horst Schäfer. Interessant gestaltet wird die Vorstellungsrunde derweil von Ralf Fieberkorn. Er kommt aus Leipzig und ist ein guter Freund des Kleinmühlinger Museums. Dass er sich in dem Metier auskennt, beweist er mit seinen prägnanten und informativen Ausführungen zu jedem einzelnen Sportler. So sagt er charmant über Tarek Aboul Zahab, der aus Beirut angereist ist, dass er "als Ausstellungsstück zum Museum dazugehört". Damit hat er die freundlichen Mitlacher auf seiner Seite. Denn kaum einer kennt den Libanesen nicht. Regelmäßig besucht er das Friedensfahrtmuseum und bringt jedes Jahr sogar ein Fahrrad aus dem Libanon mit, das bei der Kleinen Friedensfahrt in Schönebeck unter allen Teilnehmern verlost wird.

Doch nicht nur der sympathische Tarek hat ein Geschenk im Gepäck. Denn dieses Friedensfahrer-Fest ist immer auch eine passende Gelegenheit für andere Freunde des Rennsports, kleine oder große Präsente dem Museum zu übergeben. Schließlich basiert diese Einrichtung auf reinem ehrenamtlichen Engagement. Mit viel Staunen bewundern die Festbesucher beispielsweise die Originalausgabe des "Neuen Deutschlands" vom 18. Mai 1955. "Diese ist erschienen einen Tag nach dem Sieg von Täve Schur in Warschau", sagt Ralf Fieberkorn, der das historische Zeitzeugnis von dem Verlag dem Museum stiftet.

Michael Klement aus Magdeburg wiederum übergibt Horst Schäfer ein original Telekom-Team-Trikot von Steffen Wesemann. Darauf haben Sportler unterschrieben wie zum Beispiel Erik Zabel.

Ein Trikot plus Helm hat außerdem der ehemalige Friedensfahrt-Teilnehmer Joszef Hirth aus Ungarn mitgebracht. Und Horst Gröhlich - eigentlich ein Hamburger, der heute im Ausland lebt - schenkt ebenso 25 Jahre alte Trikots. Er hat ganz besondere eigene Erinnerungen an die Friedensfahrt. Denn wie er berichtet, hat er sogar 1987 die Friedensfahrt in Berlin filmen können.

Für den Rennsport hat es wiederum bei Manfred Kralik nicht gereicht. Trotzdem hat er mit mehr als zehn Freunden eine Radsportgruppe gegründet, die innerhalb der vergangenen zehn Jahre gemütlich die Region um Kleinmühlingen erradelt hat. Und dabei haben sie sich auch immer wieder im Friedensfahrtmuseum getroffen. Die Chronik über diese Reisen - festgehalten in mehreren Fotobüchern - hat Manfred Kralik am Sonnabend dem Museum gestiftet. Weiterhin am Sonnabend dabei sind acht Radsportfreunde der "Gesellschaft für gute Nachbarschaft zu Polen". Auch Teilnehmer der Friedensradfahrt 2015 Magdeburg-Berlin des Vereins "Bike for Peace" mit zirka vierzig Fahrern aus Weißrussland, Russland, Griechenland und Deutschland sind dabei.

   

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