Ende Februar ist Regina Müller verstorben. Die Schönebeckerin hat sich als Leiterin von Malzirkeln und mit den eigenen Ausstellungen um das Kulturleben der Stadt verdient gemacht. Für viele ihrer Freunde und Schüler kam ihr Tod unerwartet. Sie sind traurig und geschockt. Ein Kreis von fünf Frauen ehrt Regina Müller von heute an mit einer kleinen Ausstellung.

Schönebeck. "Regina Müller hat in den Jahren 1993 bis 2003 das gesamte Kunstleben in Schönebeck entscheidend mit geprägt", sagt Karin Hamann. Die Schönebecker Hobby- Malerin, die Ende Februar im Alter von 73 Jahren verstorben ist, war Mitglied im Kultur- und Heimatverein und leitete eigene Malzirkel. Hier, so Karin Hamann, habe sie vielen die technischen Kniffe als Grundlage eigener künstlerischer Entfaltung vermittelt. "Sie hat ihren Schülern die Angst vor dem großen, leeren, weißen Blatt Papier genommen", so die Medizinerin aus Schönebeck, die mit Regina Müller seit 1981 zusammen den Zirkel des Malers Hans Both regelmäßig besuchte. Als der Bothsche Kreis, hervorgegangen aus einer Arbeitsgruppe am Traktorenwerk, mit der Wende sein Ende fand, gründete Regina Werner 1993 ihren eigenen Malzirkel. Ein zweiter kam später, 1996, hinzu. 45 Frauen haben hier gelernt zu malen. Illustere Namen in der Kunstszene der Elbestadt zeugen davon: Monika Knopf, Astrid Rosenkranz oder Barbara David.

Zu den Schülern gehörten auch Inge Hildebrandt, Elke Rahn, Barbara Hintze und Heimke Hornich. Zusammen mit Karin Hamann wollen sie ihre verstorbene Kursleiterin ehren. Sie haben eigene Bilder für die Ausstellung "Hommage an Regina Müller" zusammengestellt und präsentieren sie ab heute im Haus Theresa des Burghofes. "In allen Bildern ist die Handschrift Regina Müllers zu erkennen", sagt Karin Hamann. Die Aquarellmalerei habe es Regina Müller besonders angetan. "Dieses wässrig-luftige Farbfließen passte bestens zu ihrem Traum, Lebenselemente als verwandlungsfähige, ständig ineinander fließende Energien sichtbar zu machen."

Karin Hamann sagt, dass es der verstorbenen Hobbymalerin nie darum ging, zu provozieren, sondern die Natur in allen ihren Facetten einzufangen, die Lust am Leben darzustellen. Eine Maxime, die Regina Müllers Leben auch fernab der Kunst durchzogen habe.

Nachdem sie in den 70er Jahren zu malen begann, Herbert Hochgräfe war ihr wichtigster Anleiter, war sie zunächst als vierfache Mutter und in ihrem Beruf als Laborantin gefordert. Doch Hans Both als ihr Zirkelleiter ließ in Regina Müller den Wunsch keimen, selbst auch Anleitungen geben zu können. Ihr Mann Hans-Joachim unterstützte sie immer bei ihrer intensiven Freizeitgestaltung. Zunächst im "Treff", dann in der Bibliothek leitete Regina Müller zwei Mal in der Woche eigene Kurse.

Und ihre Schüler danken es ihr bis heute. Die aktuelle Ausstellung ist ein schönes Zeichen dieser Zuneigung, über die Begrenztheit des Lebens hinaus.

 

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