Bessere Bedingungen für die Mittagsversorgung seiner Schüler will Schulleiter Dr. Ulrich Johannes Plaga im Haus II des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums in der Berliner Straße schaffen. Dass die Schule ab dem kommenden Jahr umgebaut wird, gibt Plaga Anlass, seine Visionen zu äußern. Doch der Landkreis als Schulträger sieht wenige Chancen, die Ideen umsetzen zu können.

Schönebeck. "Das Thema Essen und gesunde Ernährung wird immer wichtiger", ist Dr. Ulrich Johannes Plaga, Schulleiter am Schönebecker Gymnasium, überzeugt. Entsprechende Inhalte werden im Unterricht vermittelt. Jungen und Mädchen wissen heute bereits im Kindergarten, was in die Brotbüchse gehört und gesund ist. Deshalb hat sich der Schulchef auf die Fahnen geschrieben, die Mittagsversorgung am Gymnasium zu verbessern.

Der Ist-Zustand im Haus II in der Berliner Straße ist derzeit alles andere als einladend. Die Gymnasiasten können ihr Mittagessen im Keller des Schulhauses einnehmen. Licht fällt durch kleine Fenster oben an den Wänden, über den Essern laufen die Heizungsrohre unverkleidet. Hätte nicht eine Klasse in einer eigenes initiierten Aktion in bisschen farblichen Schwung in die Räume gebracht, würde alles eher wie ein Fahrradkeller wirken.

So wie der äußerliche Rahmen sich darstellt, sieht es auch mit dem Essen aus. Die Kinder bekommen ihre Mahlzeiten in Assietten. Alles wird vormittags angeliefert und muss warm gehalten werden, bis die Schüler am Mittag essen kommen. "Die Qualität des Essen stimmt grundsätzlich", sagt der Schulleiter. Lediglich beim Wie hat Dr. Ulrich Johannes Plaga seine eigenen Vorstellungen. Die Teilnehmerzahlen beim Schulessen scheinen ihm recht zu geben. Rund 360 Mädchen und Jungen lernen in den Oberstufen im Haus II, 30 bis 50 von ihnen bestellen Essen.

Der Schulchef will die Mittagsversorgung attraktiver machen. Ihm schwebt eine eigene Küche vor, in der Eltern oder ein Verein freiwillig kochen und die Mittagsversorgung der Gymnasiasten übernehmen könnten. Beispiele dafür kennt Dr. Plaga aus anderen Schulen. Auch die Schüler selbst könnten in einer solchen Küche ihre Mahlzeiten kreieren. Diese Schulküchenkonzept würde auch zu anderen Einfällen wie einem Schülercafé passen. Für den Schulleiter ist nicht nur gesundes Essen als elementarer Bestandteil des Tages ausschlaggebend. "Eine vernünftige Essenversorgung sorgt für eine bessere Schülerkommunikation und Schulkultur." Und das vor dem Hintergrund, dass die Mädchen und Jungen immer länger in der Schule sind. So kann ein Unterrichtstag schon einmal von 7.15 bis 16.30 Uhr dauern.

Dass im kommenden Jahr das Haus II für rund 3,6 Millionen Euro umgebaut werden soll, dabei auch ein neuer Eingangs-, Aula- und Speisebereich entstehen, gibt Dr. Plaga Aufwind. "Die Idee der Schulküche muss in die Planungen", fordert er. Doch der Landkreis als Schulträger muss ausbremsen. "Das Ansinnen ist gut, doch schwierig umzusetzen", sagt die zuständige Dezernentin Petra Czuratis. Das Thema "Gesunde Ernährung" stünde zunächst nicht vordergründig im schulfachlichen Konzept. Eine entsprechende Küche bräuchte zudem viel Platz, die Ausstattung mit entsprechenden Standards und Medien sowie hygienische Grundvoraussetzungen. Baulich und finanziell seien diese Dinge derzeit nicht zu meistern, sagt die Dezernentin. Petra Czuratis regt an, mit dem Essenversorger zu sprechen, um Verbesserungen bei der Lieferung zu erreichen und nach dem Umbau der Schule die Bedingungen im Speiseraum individuell zu gestalten. "Alles andere wäre der zweite vor dem ersten Schritt." Dr. Plaga will das nur zum Teil gelten lassen. Im Zuge des Umbaus wird sich der Schlleiter dafür einsetzen, dass wenigstens die baulichen Voraussetzungen für die spätere Installation einer Küche geschaffen werden. Damit das Thema nicht ganz vom Tisch ist.