Das Netzwerk der Rolandorte ist ab sofort auch im Internet präsent. Vertreter des Netzwerkes, in dem 15 Orte mit einer Rolandfigur vertreten sind, gaben in dieser Woche in Haldensleben den symbolischen Startschuss für die Werbeoffensive, zu der auch eine Informationsbroschüre gehört. Bei dem Treffen waren unter anderem auch der Roland und Marie Nathusius aus Calbe dabei. Im Rolandort Plötzky sieht man im Internetauftritt Chancen für den Tourismus.

Haldensleben/Plötzky. Auf den Internetseiten, die über www.rolandnetzwerk.de sowie www.rolandrouten.de abrufbar sind, werden dem virtuellen Besucher viele Informationen über die Rolandorte, die bereits eingerichteten drei Rolandrouten und zur Bedeutung der Rolande gegeben. Man erfährt zum Beispiel, dass Plötzky schon Ende des 14. Jahrhunderts einen Roland hatte. Auch andere touristische Sehenswürdigkeiten der Orte sowie Kontakte zu Touristinformationen finden sich auf der Seite.

Die neue Informationsbroschüre, die mit Unterstützung des Kultusministeriums Sachsen-Anhalts entstanden ist, trägt in ihrem Titel den Grundgedanken des Netzwerkes: "Erlebte Stadtgeschichte". Den Rolandorten geht es nämlich genau darum: Die Geschichte der Orte erlebbar zu machen, das Geschichtsbewusstsein zu schärfen. Dem hat sich das Rolandnetzwerk, das 15 Orte der Bundesländer Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Brandenburg in loser Kooperation vereint, seit 2007 verschrieben. Seither habe sich mehr und mehr ein gemeinsames Bewusstsein entwickelt. Längst gehe es nicht mehr allein um die hölzerne oder steinerne Rolandfigur, sondern um Ursprung, Bedeutung, Geschichte.

"Die Rolande stehen für ein Selbstbewusstsein der Orte. Von der reinen Theorie wechseln wir jetzt in die praktische Phase. Es begann mit jährlichen Radtouren des Allgemeinden Deutschen Fahrradclubs und der Sternfahrt nach Burg und geht jetzt mit Internetpräsentation und Broschüre weiter", sagte Dr. Dieter Pötschke vom Rolandnetzwerk beim Startschuss.

Reinbern Erben, Vorsitzender des Rolandnetzwerkes, stellte heraus: "Es gibt eine interessante Spannung innerhalb des Netzwerkes: kleine und große Orte, neue und alte Rolande, verschiedene Bundesländer. Jeder Roland hat seine eigene Geschichte. All diese Geschichten in einem Buch zu sammeln, das ist es nicht ganz geworden. Aber die neue Broschüre ist ein kleiner und wichtiger Schritt." Gunter Fritsch, Präsident des Landtages Brandenburg und Schirmherr des Netzwerkes, stellte beim Treffen das touristische Potenzial der Rolandorte und der Routen heraus.

Diese Bedeutung sieht auch Wilfried Kiske, Vorsitzender des HeimatvereinsPlötzky/Ostelbien. Er war zwar beim Startschuss nicht dabei, ist aber als Schöpfer des 2005 wiederaufgebauten Rolands nicht minder engagiert. "Die Präsenz des Netzwerks im Internet ist eine gute Möglichkeit, mehr Besucher nach Plötzky zu locken", erklärte er gestern.