Die Menschen der Region begrüßen die Idee eines Naturfriedhofes in Schönebeck-Elbenau. Das ergab eine nicht repräsentative Umfrage unter Volksstimme-Lesern. Alle sprachen sich dafür aus.
Schönebeck l Die Volksstimme-Leser wünschen sich, dass der Stadtrat auf die Meinung der Wähler hört. Diese nämlich sprachen sich gestern bei einer Umfrage positiv dafür aus, dass es demnächst in Schönebeck die Möglichekeit einer Urnenbeisetzung auf einem Naturfriedhof gibt. Vor allem, um einen festen Punkt zu haben, um zu trauern, und der Gedanke, in der Natur zu sein, sind die beiden Hauptargumente der Leser.
"Ich finde die Idee hervorragend", berichtete Uwe Werner aus Schönebeck. Er findet die Bedenken der Stadt durchaus nachvollziehbar, dass sie sich eine fremde Firma bei der Umsetzung mit ins Boot holt. "Aber warum macht Schönebeck das nicht allein?", fragt Uwe Werner. Die Stadt solle sich mit Konkurrenten auseinandersetzen, meint auch Leser A. Brinkmann.
Die Nähe zur Natur ist für Dr. Detlef Joswig und seine Frau Thea ausschlaggebend. "Wir sind Naturmenschen, leben jetzt schon im Jahr gut sechs Monate draußen, und sind für eine Beisetzung im Wald." Der Naturgedanke steht auch Elke Kelle aus Schönebeck im Vordergrund. "In der Natur bestattet zu sein, dieser Gedanke ist sehr schön", sagte sie am Volksstimme-Telefon.
"Schönebecker sollten einen Friedwald zulassen"
In der Diskussion ist derzeit das Thema, dass Elbenau ein Naturfriedhof entstehen soll. Gemeinsam mit der Stadt will die FriedWald GmbH, die in Deutschland bereits mehrere dieser Objekte betreibt, den Plan umsetzen.
Eingehend damit beschäftigt hat sich ein weiterer Schönbecker Leser, der aber leider seinen Namen nicht nennen wollte. Er berichtete, dass er sein Ehefrau im vergangenen Jahr in Bramsche im Landkreis Osnabrück in einem Wald der Firma beigesetzt hat. "Ich habe damit eine ausgezeichnete Erfahrung gemacht und möchte den Schönebeckern nur raten, das hier ebenfalls zuzulassen", so der Leser.
Er berichtete weiter, dass ein Baum im Friedwald-Gebiet mit einem kleinen, stilvollen Schild markiert wurde. "Dort ist meine Frau beigesetzt. Ich habe immer einen Punkt, an dem ich ganz persönlich trauern kann."
Ähnliche Erfahrungen hat Renate Eißner aus Schönebeck gemacht, die Bekannte in Hessen hat, die die Möglichkeit der Beisetzung in einem Wald wahrgenommen hätten. Auch Christa Planke, die vor einem Jahr aus Baden-Württemberg an die Elbe gezogen ist, machte deutlich, dass es in ihrem alten Bundesland diese naturnahe Urnenbeisetzung gibt. Ilona und Eberhardt Schöne aus Biere haben sich ebenfalls schon mit dieser Thematik auseindergesetzt. Die beiden Rentner wollen sich in der Natur in Mecklenburg-Vorpommern in der Nähe ihrer Kinder beisetzen lassen.
"Wir begrüßen das Vorhaben. Das ist eine wunderbare Idee", meinten gestern Ingeburg (73) und Rainhard Ebeling (75).
Beisetzung erfolgt in biologisch abbaubaren Urnen
Erfahrungen mit einem Friedwald gibt es in Sachsen-Anhalt in Dessau-Wörlitz. Dort gibt es seit dem Jahr 2008 die Möglichkeit, sich in einem Wald in der Natur beisetzen zu lassen. Mehr als 350 Menschen haben seitdem dort ihre letzte Ruhestätte gefunden, allein im vergangenen Jahr waren es 115. Im Friedwald wird die Asche der Verstorbenen in einer biologisch abbaubaren Urne direkt an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt. Der erste Friedwald in Deutschland wurde vor zehn Jahren bei Kassel eröffnet.
Herr oder Frau Brinkman äußert sich in einer E-Mail ebenfalls zustimmend zur Naturbeisetzung in Schönbeck. Aber noch aus einem anderen der bisher genannten Gründe: "Unsere sich wandelnde Gesellschaft muss offen sein für andere Möglichkeiten einer Bestattung und sich nicht festklammern an alte, überholte Festlegungen und Gesetze. Das Leben ist Veränderung, und das Gleiche gilt auch für den Tod." Jeder Mensch solle das Recht auf eine für ihn angenehme Art der letzten Ruhe haben.
Nach Ansicht von Bernd Dosdall aus Elbenau, der den Friedwald ausdrücklich begrüßt, sei die Bestattungskultur in Deutschland ohnehin "renovierungsbedürftig" - auch in Schönebeck. Er schreibt: "Es bleibt zu hoffen, dass der Stadtrat mal schneller eine Meinung findet und unterstützend wirkt."
Weitere Informationen im Internet: www.friedwald.de oder www.ruheforst.de
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Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !
Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.