Eine Neujahreswanderung zum Hakel gibt es am heutigen Sonnabend. Sie steht unter der Überschrift "Das neue Jahr im Hakel begrüßen". Dazu rufen der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle e.V. (AHA) sowie die Bürgerinitiative Hakelwald auf. Treffpunkt ist 10 Uhr in Heteborn, Hakelstraße am Waldrand. Den Naturschützern ist die Bewahrung des Waldes ein wichtiges Anliegen.

Von Nadja Bergling

Hakeborn/Heteborn l Zum Schutz und Erhalt des rund 1400 Hektar großen Naturschutzgebietes und europäischen Vogelschutzgebietes Hakel mit seiner großen Artenvielfalt an Fauna und Flora gilt es nach Auffassung des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder zu Halle e.V. (AHA) ein umfassendes Maßnahmepaket anzugehen. An erster Stelle gehört die Beendigung der forstwirtschaftlichen Aktivitäten in dem Gesamtgebiet, um eine sukzessive, naturnahe Gehölzentwicklung zu ermöglichen und die Tierwelt nicht zu stören. Auch eine Bereicherung der anzubauenden Feldkulturen auf Vorwendeniveau, insbesondere mit Luzerne, Klee und Landsberger Gemenge tragen unweigerlich dazu bei. "Die drei genannten Feldkulturen verbessern nicht nur die Ernährungssituation für Greifvögel und Eulen, sondern auch des Feldhasen und von Insekten. Ebenso zählen sie zu den Humusmehrern und tragen somit zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit bei", so der Vorsitzende Andreas Liste. Nach Vorstellung des AHA gehört ebenfalls dazu, auch die Mäusebekämpfung mit Giftködern einzustellen, um das Nahrungsangebot für Greifvögel und Eulen nicht noch weiter zu vermindern sowie die Vergiftungsgefahr für andere Tiere auszuschließen.

Aber auch der Flugbetrieb von und nach Cochstedt bereitet dem AHA Sorge. "Hier gilt es nach den Gesichtspunkten eines angrenzenden Naturschutzgebietes und Europäischen Vogelschutzgebietes unbedingt eine gründliche Überprüfung vorzunehmen", so Liste weiter. Jedoch sieht der AHA aber auch großräumig gesehen massive Veränderungen geboten. Eingebettet zwischen Harzvorland und Börde sowie zwischen den Fließgewässern Bode, Selke, Wipper und Eine gilt es unbedingt die Biotopverbundräume zu stabilisieren. Dazu zählen die sukzessive Wiederausdehnung des Hakels in Richtung Selke, die Entwicklung von Grünverbindungen zum gefluteten Concordiasee sowie die Wieder- und Neuentstehung von Streuobstwiesenbeständen in Richtung Hakeborn, Egeln und Coch- stedt. "Diese Grünverbindungen sollten aus mindestens zehn Meter breiten Gehölzstreifen mit einem mindestens drei Meter breiten Kraut- und Staudensaumen bestehen", erklärt der Vorsitzende. Als Leitlinie könnten Wege dienen. "Diese Gehölzstreifen können sich sukzessiv entwickeln oder als Pflanzung aus Obstalleen und an feuchteren Stellen aus Kopfweiden bestehen", macht Andreas Liste deutlich.

Der AHA vertritt die Auffassung, dass das Naturschutzgebiet Hakel nur nachhaltig seiner Schutzfunktion nachkommen kann, wenn er seine ökologische und landschaftliche Funktion weit in das Umland ausdehnen kann. Als entsprechender Raum ist auf jeden Fall Gebiet zwischen Bode, Selke, Wipper und Eine zu betrachten.

"So lassen sich unter anderem die Bestände von Greifvögeln und Eulen langfristig gesehen nicht nur stabilisieren, sondern auch wieder erhöhen", erklärt der Vorsitzende die Auffassung des Arbeitskreises. Vielfältige Landschafts- und Naturraumstrukturen, welche in enger Verbindung mit dem Bestand von ausreichend vorhandenen Beutetieren zu sehen sind, tragen, so Liste, entscheidend dazu bei. Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle e.V. beabsichtigt daher sich verstärkt und massiver für den Schutz, Erhalt und Entwicklung des Raumes zwischen Selke, Hakel, Wipper, Eine und Bode beziehungsweise zwischen Harz, Harzvorland und Börde einzusetzen. Zu diesen Aktivitäten gehören unter anderem das Entwickeln einer FFH-tauglichen NSG-Verordnung mit einer aktuellen Schutz- und Entwicklungskonzeption.