Heute beginnt die Volksstimme - wie angekündigt - einzelne Passagen aus Gerhard Schnocks Chronik von Förderstedt zu veröffentlichen. Bevor es um die jüngere Geschichte Förderstedts geht, blicken wir kurz zurück bis zu den Anfängen.

Förderstedt wird im Jahre 1226 erstmals urkundlich erwähnt, als der Magdeburger Burggraf den Ort zugunsten des Domkapitels Magdeburg an den Erzbischof Magdeburg abtrat. Auf diesem lautet der Ortsname "Verderekstede", jedoch wird er als "Federichstedt" gedeutet. Der Gründer der ersten Siedlung kann also ein germanischer Stammeshäuptling mit dem Namen Frederich gewesen sein. Ortsnamen mit der Endung "sted " deuten auf aus Norden eingewanderte Stämme hin.

Auf eine frühzeitige Besiedlung um 3000 vor Christi weist der Fund eines Werkzeuges der Brandkeramik, ein Schuhleistenkeil, auf dem Klei in Förderstedt hin. Auch 2002 durchgeführte archäologische Ausgrabungen bestätigten das.

Nach mündlichen Überlieferungen soll Förderstedt nach dem Untergang der benachbarten Orte entstanden sein. Der Siedlungskern entstand auf dem Gelände zwischen der heutigen Bobie und Hinter der Achte. Geschützt war das Siedlungsgebiet durch eine Ringmauer, Türme und drei Tore. 1626 hatte der Ort 60 Hofstellen. Die alten Befestigungsanlagen in Form einer Wallburg wurden im 18. und 19. Jahrhundert nach und nach abgetragen. In Folge der Reformation übte ab 1541 das Kurfürstentum Brandenburg die Landesherrschaft aus. Bis 1806 wurde Förderstedt administrativ vom Holzkreis I verwaltet. 1681 wurde der Ort von der Pest heimgesucht, 1724 brach ein großer Brand aus. Nach Fertigstellung der Befestigung der Straße von Magdeburg nach Halle im Jahr 1796 fand Förderstedt Anschluss an die Großstädte im Norden und Süden.

Während der französischen Besetzung Preußens gehörte Förderstedt 1807 bis 1813 zum Königreich Westfalen des Napoleon-Bruders Jérôme Bonaparte und wurde im Kanton Staßfurt verwaltet. Als nach der Vertreibung Napoleons Preußen 1816 eine Kreisgebietsreform durchführte, kam Förderstedt zum Kreis Calbe.