Egeln l Bereits 1670 wurde die Stiftung Hellmuth\'sches Legat ins Leben gerufen. Stifter dieses Legates war der Consistorialrat und Superintendent Christoph Hellmuth aus Egeln. Die ursprüngliche Stiftung bestand aus zwei Hufen Land - die von Möllendorf`sche Hufe und die von Schierstedt`sche Hufe. Die Pacht der Grundstücke war dazu bestimmt, um daraus armen und kranken Bürgern der Stadt Egeln Unterstützung zu gewähren, und zur Besoldung der Kinderlehrer für Mädchen.

Unterlagen zur Verwendung der Pacht nach 1670 liegen nicht vor. 1925 wird die Stiftung allerdings wieder belebt. Auch in Aufzeichnungen nach dem Zweiten Weltkrieg (1949) taucht das "Hellmuth`sche Legat" auf.

In den 1950er Jahren plante der damalige Rat der Stadt Egeln ein stadteigenes Feierabendheim. Dazu sollte die Stiftung aufgelöst werden. Ein Beschluss des Rat des Kreises aus dem Jahr 1954 liegt dazu vor. Zum Bau scheint es aber nicht gekommen zu sein. Denn nach der Wende stellte die Stadt Egeln den Antrag auf Resitution, also auf Wiederherstellung der Stiftung. Seit dem arbeitet das "Hellmuth`sche Legat" also wieder.

"Der ursprüngliche Stiftungszweck, also die Unterstützung von Armen und die Besoldung von Mädchenlehrern, ist heute nicht mehr zeitgemäß und wird vom Staat übernommen", erklärt Reinhard Luckner, Bürgermeister der Stadt Egeln, der zusammen mit der Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates, Helegunde Nitschwetz, einem vom Stadtrat gewählten Vertreter und einem vom Gemeindekirchenrat gewählten Vertreter den Vorstand der Stiftung bildet.

Der Zweck der gemeinnützige Stiftung ist heute die Unterstützung von hilfsbedürftigen Bürgern sowie die Förderung der Erziehung und Ausbildung von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Aber auch Maßnahmen zur Verbesserung des Kinderbetreuungsangebots der Stadt Egeln und zur außerschulischen Förderung von besonders begabten Kindern werden unterstützt. Mit Geldern aus der Stiftung, die übrigens noch immer aus Pachteinnahmen stammen, wurden bisher neben der Einrichtung der Lernwerkstatt und des neuen Gruppenraums in der Kita Apfelbäumchen"(siehe Bericht) auch Familien in Notlagen geholfen, die Anschaffung eines Außentrampolins für die Kita Bördespatzen Egeln unterstützt, Schulstipendien für eine Schülerin an einer Musikschule vergeben oder Sportbekleidung für Kinder gekauft, um nur Beispiele zu nennen. Auch der Christophorus-Laden in Egeln erhält regelmäßig finanzielle Unterstützung.

Anträge auf finanzielle Hilfe aus der Stiftung sind an Schriftführerin Dagmar Witzke im Rathaus in Egeln zu richten. Der Vorstand wird dann darüber entscheiden.