Ein Projekt im Wert von 2 bis 2,5 Millionen Euro soll ab 2016 in Löderburg umgesetzt werden. Der Ort soll über zwei Kilometer mit neuen Deichen und Hochwasserschutzwänden ausgestattet werden.

Löderburg l Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW) plant ein gigantisches Projekt, um Löderburg vor künftigem Bode-Hochwasser zu schützen.

Ein Planungsbüro aus Erfurt, die Björnsen Beratende Ingenieure GmbH, hat im Auftrag des LHW bereits eine Variante erarbeitet, die so oder in ähnlicher Form ab 2016 umgesetzt werden kann. Dabei handelt es sich um eine Hochwasserschutzanlage in acht Abschnitten. Sie wird aus neu anzulegenden Deichen sowie aus Hochwasserschutzwänden oder Spundwänden bestehen. Mit 1209 Metern Deich und 849 Metern Hochwasserschutzwand wird sich die Anlage über zwei Kilometer zwischen Bode und Ortslage erstrecken. Die Bauten werden Höhen von ein bis zwei Metern haben.

"Bereits 1998 gab es Planungen im Ort für Hochwasserschutzmaßnahmen", sagte Jan Kretzschmar vom Planungsbüro, das das Vorhaben jetzt in Löderburg vorstellte. "Zum damaligen Zeitpunkt sollten wir als Gemeinde die Maßnahme selbst bezahlen, daher hatten wir uns dagegen entschieden", erklärte Ortsbürgermeisterin Elvira Bartsch die Hintergründe des damaligen Planungsstopps.

Fakt ist, dass Löderburg bei einem "HQ 100" - einem Hochwasser, das statistisch gesehen alle hundert Jahre vorkommt - im Süden bis zu zwei Metern Höhe überflutet werden würde. Auch der nördliche Bereich, in den Wasser von der Laake aus gedrückt wird, stünde unter Wasser. Während des 1994er Hochwassers reichte das Wasser im Ortskern bis zu 80 Zentimeter hoch.

Auch wenn die damaligen Planungen nicht umgesetzt wurden, konnte das Planungsbüro darauf zurückgreifen. Auch Erkundungen des Erdreichs, die damals an 50 Punkten und bis zu sieben Metern tief durchgeführt wurden, geben heute Aufschluss über die Beschaffenheit des Bodens.

"Ziel der Maßnahme ist es, Löderburg bei einem HQ 100 wasserfrei zu halten", sagte Jan Kretzschmar. Beginnend im Norden in Höhe der Laakestraße soll eine Hochwasserschutzwand über 850 Meter eingefügt werden, danach schließen sich abwechselnd Deiche und Hochwasserschutzwände an (siehe Grafik oben). Konkret müsse noch geplant werden, ob die Schutzwände an einigen Stellen mit Dammbalkenverschlüssen versehen werden. "Das sind Öffnungen zu den Grundstücken hin. Im Normalfall sind sie geöffnet, bei Hochwasser können sie schnell verschlossen werden", erklärte Kretschmar. Für die Drachenschwanzstraße sei eine solche Lösung vorstellbar.

Nach weiteren Planungen, die das Ingenieurbüro ab April vornehmen will, soll es im Sommer Gespräche mit Anwohnern und Grundstücksbesitzern geben. Denn für die Errichtung der Anlagen braucht das LHW das Einverständnis der Grundstücksbesitzer.

"Die Planungen müssen gewährleisten, dass sich die Situation durch unsere Anlage nicht anderswo verschlechtert", so Kretschmar. So müsse auch geprüft werden, dass sich der Druck auf den Löderburger See im Hochwasserfall nicht verstärke. Geschützt werde die dortige Freizeitanlage jedoch nicht, da es sich um ein Einzelobjekt handelt.