Das Ostdeutsche Zirkusprojekt macht Station in Egeln. Am Stadtrand proben Kinder aus Kindergärten und der Grundschule für ihren großen Auftritt. Schon in der kommenden Woche bestreiten die Mädchen und Jungen drei Vorstellungen.

Egeln l Es liegt schon ein paar Jahre zurück, als zum letzten mal ein Zirkusprojekt in der Kleinstadt durchgeführt wurde. Erinnern können sich noch viele Lehrer an die damalige Vorstellung. Schüler wuchsen weit über sich hinaus.

Auch diesmal erwarten die Organisatoren des neuen Zirkusprojektes einen Effekt. Mehrfach üben die Kinder von mehreren Kindertagesstätten sowie Grundschüler für ihre Auftritte in der Manege. Professionell werden sie dabei begleitet von erfahren Künstlern, schildert Andre Sperlich. Der Chef des Zirkusprojektes ist viel in der Region unterwegs. Mehrere Tage üben die Artisten des Zirkusprojektes mit den Kindern die verschiedenen Nummern. Bei der Generalprobe vor der ersten Darbietung muss das Programm dann stehen.

Auch gestern war die Manege gut besucht. Die Schüler wechselten sich ab. Überall in dem Zelt probierten die Kinder an ihren Nummern. "Die Arbeit ist sehr professionell", lobte eine Lehrerin den Ablauf. Pünktlich seien die Artisten zur Stelle und übten mit einer unglaublichen Geduld mit den Kindern, beobachtete eine Lehrerin.

Dabei lernen die Mädchen und Jungen auch so machen Zirkustrick ganz nebenbei kennen. Vor allem aber stärkt das Zirkusprojekt auch das Selbstbewusstsein der Kinder, ist Eveline Söchting überzeugt. Die Pädagogische Mitarbeiterin der Grundschule freut sich schon auf das Ergebnis.

Finanziert wird die Veranstaltung weitgehend von den Eltern selbst. 24 Euro kostet die Teilnahme eines Kindes. Darin enthalten sind bereits zwei Zirkuskarten für eine Vorstellung. In Egeln konnte Eveline Söchting den Preis noch etwas reduzieren. Dank großzügiger Sponsoren mussten die Eltern weniger als 20 Euro zuzahlen. Nun hoffen die Organisatoren auf drei volle Vorstellungen in dem kleinen Zelt.

Das Zirkusprojekt ist eine kleine Nische für die Artisten, die die Schulen dankbar aufgreifen. Noch vor dem Mauerfall tourten die Zirkusse regelmäßig durch die Kreise. Vor allem gab es einen hohen Qualitätsanspruch, was die Nummern betraf. "Die mussten früher vor einer Kommission bestehen", erinnert sich Andre Sperlich. Wer das Niveau nicht erreichte, musste weiter üben, schildert er. Ohne diesen Druck verkomme der Zirkus leider bei einigen Veranstaltern, schätzt der Fachmann ein.

Und so ist das Zirkusprojekt auch ein Stück Erinnerung an die gute alte Zirkuszeit. Die können die Kinder zwar nicht kennen. Aber bestimmt erinnern sich manche Eltern noch an ihre Kindheit, in der sie mit ihren Eltern den Zirkus einst erlebt haben. Vielleicht kehrt die Erinnerung zurück, wenn sie ihre eigenen Kinder im Scheinwerferlicht sehen.

Für die Kinder ist das Zirkusprojekt aber auch eine neue Erfahrung. Zumindest bei den Schulkindern geht es dabei nicht um Zensuren. Der Erfolg der kleinen Künstler ist am Beifall der Zuschauer direkt hör- und erlebbar. Das spornt viel mehr an, als vielleicht eine gute Note, wissen die Lehrer.

Außerdem ist die Atmosphäre im Zirkuszelt mit der in einem Klassenraum kaum vergleichbar. Noch viele Jahre später werden sich die Teilnehmer des Projektes an ihren Zirkusauftritt erinnern können.

Super findet die Idee für den Zirkus ebenso Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr. Der Gemeindechef schaute am Freitagvormittag bei den Proben schon einmal vorbei. Er sei der Schule und den Kindergärten sehr dankbar, dass sie sich entschieden hätten, das Projekt durchzuziehen, meinte er im Volksstimme-Gespräch. Nun bleibe ihm nur noch, viele Zuschauer für die drei Vorstellungen zu wünschen.

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