"Schon viel erreicht, noch viel mehr vor" - dieses Motto der 6. Staßfurter Aktionstage für Menschen mit Behinderungen wird durch Recherchen von Schülern in der Stadt unterstrichen: Zu hohe Borde, Stufen, zu wenige behindertengerechte Toi-letten sind (noch) keine Seltenheit in Staßfurt.

Staßfurt l Schüler der Herrmann-Kasten-Sekundarschule und der Pestalozzischule, deren Bildungsstätten Mitglied im Netzwerk "Gleichstellung von Menschen mit Behinderung" der Stadt Staßfurt sind, stellten am Montag ihre Ergebnisse im Salzlandtheater vor.

Ihre Fotos machen auf unstimmige Borde an Bushaltestellen und Wegen aufmerksam - Hindernisse auch für Senioren mit Rollatoren und Muttis mit Kinderwagen. Die Schüler hatten öffentliche Einrichtungen auf Erreichbarkeit für Rollifahrer unter die Lupe genommen. Sie schneiden schon relativ gut ab - bis auf das Museum, das nur im Erdgeschoss "befahrbar" ist und der Sportplatz Löderburg, zu dem Stufen führen. In Sachen behindertengerechtes WC stand hinter Lokalen aber überwiegend ein Nein. "Der mittlere Aufzug des Bahnhofs ist meist außer Betrieb", stellt Tim fest, als er von Moderator René Wullstein von der Behindertenwohnstätte der Lebenshilfe in Hecklingen nach seinen Erlebnissen gefragt wird.

Oberbürgermeister René Zok bedankte sich beim Netzwerk und allen, die sich dem Thema widmen und es ausgestalten. Er rief dazu auf, Menschen mit Handicap einzubeziehen und erklärte, die Stadt werde bei jeder neuen Baumaßnahme ein Augenmerk auf die Barrierefreiheit legen. Bei bestehenden Gebäuden und Anlagen sei das schwieriger. Er nahm aber eine CD mit den Schülerfotos entgegen und versprach, damit zu arbeiten. Zok rief noch dazu auf, Schäden wie am Bahnhofs-aufzug vermeiden zu helfen.

Für ihre Aufführung des Märchens "Däumelinchen" ern- teten Kinder der Kita Struwwelpeter und Erwachsene der Tagesförderung der Stiftung Staßfurter Waisenhaus schließlich begeisterten Applaus von den Besuchern - Vertreter von Sekundarschulen und Behinderteneinrichtungen. René Wullstein: "Wir haben live erlebt, wie Integration/Inklusion durchgeführt werden kann."

Großes Interesse fanden schließlich auch ein Rollstuhlparcours und Aktionsstände.

   

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