Mit einem großen Fest feierten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Etgersleben mit den Einwohnern das Ende des Umbaus ihres Gerätehauses. Damit ist auch das letzte Feuerwehrdepot in der Verbandsgemeinde auf aktuellem Stand.

Etgersleben l Vor dem Umbau des Etgerslebener Gerätehauses schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Fachleute der Feuerwehrunfallkasse, die die Gerätehäuser regelmäßig auf Unfallquellen kontrollieren, schlugen regelmäßig die Hände über dem Kopf zusammen, wenn sie in Etgersleben zu Besuch waren. Eine Garage mit Umkleidemöglichkeit war im Prinzip das Gerätehaus. Im anbrechenden 21. Jahrhundert stellen die Versicherer der Feuerwehrleute aber andere Bedingungen an die Unterbringung von Löschgerät und Personal.

Die noch junge Verbandsgemeinde begann mit der Umplanung des Hauses. Dabei hatte die Gemeinde Etgersleben bereits 13 Jahre zuvor eine Planung zur Modernisierung des Hauses betrieben, erinnerte Ortswehrleiter Wolfgang Meyer. Das notwendige Geld für die Sanierung konnte die Gemeinde allein nicht auftreiben. Erst in der Verbandsgemeinde reichten die Finanzen für die Umsetzung des Vorhabens. Im Jahr 2013 begann dann endlich der Umbau des Gerätehauses. 13 Monate dauerten die Bauarbeiten, weshalb Wolfgang Meyer die 13 zur Glückzahl der Etgerslebener Blauröcke machte.

Mehrfach beschäftigten sich während der Bauzeit der Verbandsgemeinderat und die Ausschüsse mit dem Bauvorhaben. Denn die Kosten gerieten deutlich aus dem Ruder. Mehr als 100 000 Euro mehr verschlang der Bau, bestätigte Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr. Unterm Strich kosten die Bauarbeiten rund 370 000 Euro. Deutlich aus dem Fenster gelehnt hatte sich bei der ersten Kostenschätzung der Planer, erklärte er. Um das Umbauziel zu erreichen, legten ebenso die Feuerwehrleute kräftig mit Hand an. Immer wieder hätten sie wichtige Bauarbeiten, wie das Wegstemmen von Gebäudeteilen praktisch über Nacht und in ihrer Freizeit durchgeführt, sagte Wolfgang Meyer. Ändern mussten die Bauarbeiter beim Umbau vor allem, dass das Gerätehaus, wie oftmals bei ähnlich alten Gebäuden üblich, nicht auf einer Ebene stand. Überall gab es Stufen, erinnert Michael Stöhr. Selbst in der Fahrzeughalle war der Boden nicht durchgängig auf einem Niveau.

Wo vor dem Umbau das Tragkraftspritzenfahrzeug und der Kleinbus standen, können sich die Kameraden jetzt weiterbilden. Ein moderner Schulungsraum ist daraus geworden. In einem Anbau ist das kleine Löschfahrzeug jetzt untergebracht.

Getrennte Umkleideräume für Frauen und Männer, darauf bestanden die Kameraden, wurden eingebaut. Ansatzweise lösen konnte der Planer auch die Parkplatzfrage. Kamen die Feuerwehrleute vor einigen Jahrzehnten noch zu Fuß oder dem Rad nach einem Alarm, haben nun die Feuerwehrleute vor allem Autos als Fortbewegungsmittel. Als die Gerätehäuser gebaut wurden, konnten die Vorfahren noch nicht ahnen, dass sie einmal viele Parkplätze brauchen werden. Hinter dem Etgerslebener Gerätehaus gibt es nun die Möglichkeit, einige Autos abzustellen. Dadurch soll sich die Parksituation etwas entkrampfen, hofft Bürgermeister Michael Stöhr.

Für die junge Verbandsgemeinde stellt der Umbau des Feuerwehrgerätehauses eine der größten Ausgaben in den abwehrenden Brandschutz dar. In der nahen Zukunft seien keine weiteren Umbauten von Gerätehäusern vorgesehen, kündigte der Bürgermeister an.

Die 21 aktiven Einsatzkräfte unter Ortswehrleiter Wolfgang Meyer zeigten mit einem Tag der offenen Tür ihre neue Wirkungsstätte nach Feierabend. Mit 16 Einsätzen im vergangenen Jahr waren die Blauröcke gut einmal im Monat im Einsatz. Wie gut die Ausrüstung der Feuerwehren inzwischen ist, zeigten die Kameraden am Nachmittag bei zahlreichen Vorführungen. Bis in die Nacht hinein wurde am und im Gerätehaus gefeiert. Dabei hatten sie bei der Organisation auch an die Fußballfans gedacht. Der Schulungsraum wurde mit Leinwand und Beamer für die Übertragung ausgerüstet. Lothar Meyer, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, freute sich am Vormittag auch über die Investition in das Gerätehaus. Als kleines Mitbringsel hatte er eine Tüte mit anregenden Getränken dabei. Damit das Löschwasser nicht ausgehe, meinte er augenzwinkernd.

 

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