Hecklingen. An der traditionellen Gedenkveranstaltung für die Opfer von Krieg und Faschismus am Ehrenmal auf dem Hecklinger Friedhof nahmen am Sonnabendmorgen wieder zahlreiche Mitglieder des Stadtrates, Vertreter der demokratischen Parteien, der einheimischen Vereine und zahlreiche Bürger teil. Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch die ehemalige Stadträtin Charlotte Freist hielt der Bernburger Kreisoberpfarrer Karl-Heinz Schmidt die Gedenkrede.

"Seit der damalige Bundespräsident im Jahr 1966 dazu aufgerufen hat, ist der 27. Januar deutschlandweit zu einem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus geworden", resümierte der Redner einleitend. Hintergrund dafür war die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor nunmehr 66 Jahren durch die Rote Armee. Das Elend, was sich denen, die damals in das Lager kamen, auftat, war unbeschreiblich. Aber unbeschreiblich elend war jene Zeit insgesamt, die für unendlich viele Menschen mit gewaltsamen Tod, brutaler Vertreibung, Zerstörung, Vernichtung, Armut und Hunger verbunden war, fuhr der Kreisoberpfarrer fort.

"Doch das alles ist doch nicht nur in Ostpolen passiert, sondern auch hier um die Ecke", blickte Schmidt zurück und erinnerte an die Euthanasieklinik in Bernburg, in der knapp 14 000 Menschen umgebracht wurden, denen kein Platz im Nazisystem eingeräumt wurde. "Auschwitz und alles, was wofür dieser Name steht, war eine Katastrophe", betonte der Redner.

Heute, 66 Jahre später, "geht es darum, ein Warnsystem zu installieren, mit dem wir uns selbst vor solchen Katastrophen schützen können". Da habe jeder Einzelne seine Verantwortung, im Kleinen wie im Großen. "Wenn uns das gemeinsam gelingt, dann ist dies das beste Gedenken an die Opfer von damals", schätzte der Kreisoberpfarrer abschließend ein.

Bilder