Alsleben/Plötzkau l Trotz nicht vorhandenem Haushalt der Verbandsgemeinde Saale-Wipper muss die Grundschule in Alsleben jetzt dringend an die gestiegene Anzahl an Schülern angepasst werden. Mit Schließung der Grundschule Plötzkau ab kommendem Schuljahr müssen 28 Kinder von dort ab September in Alsleben unterkommen. Zusammen mit den bereits vorhandenen 71 Schülern der Grundschule Alsleben werden es dann 99 Kinder insgesamt sein.

Die Grundschule Alsleben wird seit gestern umfunktioniert. Denn mit den gestiegenen Schülerzahlen werden die 1., 2. und 4. Klasse in Alsleben ab September zweizügig werden. Das ergibt drei weitere Klassen, sodass nun sieben Klassenzimmer zur Verfügung stehen müssen, statt bisher nur vier, erklärt Sabine Rotter, verantwortlich für Schulen, Kindertagesstätten und Jugend in der Verbandsgemeindeverwaltung Saale-Wipper.

Es handelt sich bei der Erweiterung des Schulgebäudes nicht um einen Anbau, sondern es werden zwei vorhandene Fachräume, der Werkraum und der Kunstraum, in Klassenzimmer umfunktioniert. Fünf Klassenzimmer waren bereits vorhanden.

Während Investitionen in der Verbandsgemeinde derzeit nicht möglich sind, ist dies eine Maßnahme, die "unabweisbar ist", so Verbandsgemeindebürgermeister Steffen Globig. "Die Kinder kommen ab nächstem Schuljahr, das steht fest. Das ist sachlich und zeitlich unabwendbar", macht Sabine Rotter deutlich.

Sabine Rotter kritisiert in diesem Zusammenhang das Vorgehen des Landkreises: "Der Landkreis ordnet einfach an, dass wir Schulen schließen sollen, aber dann bleiben die Kosten und Umbaumaßnahmen an uns hängen, und wie wir das dann bewerkstelligen sollen - da macht sich keiner eine Platte." Genau in Alsleben sehe man jetzt das Dilemma: Die Alslebener Grundschule ist eigentlich zu klein für die vielen Schüler aus Alsleben und Plötzkau noch dazu.

Steffen Globig muss beipflichten. Der Schulschließungsmarathon des Landes sei gerade in Saale-Wipper absurd. Plötzkau ist geschlossen, deswegen platzt Alsleben jetzt aus allen Nähten. Globig: "Wir wussten am Anfang gar nicht, wohin mit den Schülern." Sabine Rotter fügt hinzu: "Da prüft aber auch keiner nach, ob in Alsleben überhaupt Platz ist für die Kinder aus den umliegenden Schulen, die geschlossen werden."

Ein separater Bus für die Plötzkauer Kinder in die Alslebener Grundschule ist zwar vorhanden, kommt aber zu früh. Um 7 Uhr fährt der Bus, die Schule beginnt aber erst um 7.45 Uhr. Die Kinder sind also 45 Minuten auf den Beinen. Das sei genau die Grenze, die noch als zumutbar für Grundschulkinder gilt. "Wir versuchen derzeit, die Abfahrtszeit zu verbessern", erklärt Sabine Rotter.