Wer heute und morgen in den Zirkus geht, erlebt das Ende einer Ära: Probst gibt seine letzten vier Vorstellungen. Es gibt einige neue Attraktionen in der Manege, aber der eigentliche Star ist die Familie Probst, die den Traditionszirkus bis hierher geführt hat.

Staßfurt l Jedes Jahr gibt es Neues, Verrücktes, Exotisches in der Zirkusmanege. Jedes Jahr überrascht Zirkus Probst.

Drei junge ukrainische Artisten, die Federovis, zeigen nicht nur extrem hohe Sprünge und zweifache Salti auf dem Trampolin, sondern bringen das Publikum mit ihrer flapsigen Art zum Lachen.

Wer schon 2013 für Lacher sorgte, ist Clown Pom Pom. "Er ist so gut angekommen, dass wir ihn wieder auf die Tournee mitgenommen haben", sagt Zirkusmoderator Jan Bühring. Wenn Pom Pom auftritt, hört man im Zirkuszelt lautes Kinderlachen. Auch die Erwachsenen können sich amüsieren, wenn Pom Pom ersten Erfahrungen mit der Liebe macht: Er erblickt eine Dame in den vorderen Reihen des Publikums und ist sofort dahin. Er versucht es mit Blumensträußen, mit dem Schlafzimmerblick oder einem lasziven Gang - ein Hochgenuss für die Lachmuskeln.

Auch der afrikanische Schlangenmensch Juma, der sich bis ins Extreme verbiegen und "verknoten" kann, ist neu. "Er kommt aus Sansibar in Tasmanien. Dort ist er oft in Hotels aufgetreten. Mit uns ist er zum ersten Mal in Europa und mit einem Zirkus unterwegs", sagt Jan Bühring.

Dazu kommen fünf junge Erdmännchen, die zur Zeit von Alexandra Probst trainiert werden. In der Tierschau, die zwischen den Pausen einen Blick auf die Tiger, die Watussirinder und alle anderen 80 exotischen und heimischen Tiere zulässt, können sich die Besucher mit den putzigen Gesellen fotografieren lassen.

"In Staßfurt läuft der Kartenvorverkauf super", sagt Jan Bühring. Wer noch Karten möchte, sollte besser bald an der Kasse auf dem Neumarkt Staßfurt vorbeikommen, empfiehlt er (täglich von 10 bis 18.30 Uhr). Während die Staßfurter ihren Heimatzirkus immer treu unterstützt haben, war der Herbst für das Unternehmen eher "okay", wie Bühring sagt.

Nach den vier Vorstellungen in Staßfurt (heute und morgen je 15 und 18.30 Uhr) hört Zirkus Probst auf, die Truppen und Darsteller verschlägt es in alle Himmelsrichtungen. Nur Weihnachtsvorstellungen wird es Ende 2015 geben. "Wir werden in diesen letzten Vorstellungen professionell arbeiten, aber es wird nicht einfach", sagt Jan Bühring. Er habe ein flaues Gefühl im Magen. "Wenn man bedenkt, was hier nach 69 Jahren zu Ende geht, ist das schon hart", sagt er. Daher ist es die Familie Probst, die den Zirkus solange geführt hat, jene, die heute und morgen besonders viel Applaus verdient.

 

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