Nasenbären und Besucher werden sich bald von Angesicht zu Angesicht begegnen können. Der Tiergarten Staßfurt setzt mit einem begehbaren Außengehege auf das "hautnahe" Tier-Erlebnis.

Staßfurt l Die vier Nasenbären, 2004 geboren und 2005 nach Staßfurt gekommen, sind vor einigen Wochen umgezogen. Und zwar in das 240-Quadratmeter-Gehege, in dem einst der Leopard wohnte. Tiergartenleiterin Bianka Ziem wagt nämlich ein Experiment: In dem begehbaren Außengehege werden die Besucher nur durch eine 0,5 Meter hohe Barriere von den Tieren getrennt sein.

Damit die Nasenbärenbande nicht über den Zaun klettert, wurde ein Elektrozaun mit Strom angebracht, der die Tiere vor dem Ausbüxen bewahren soll. Sie sollen lernen, dass es sich gar nicht gut anfühlt, wenn sie dem Zaun, also der Barriere, näherkommen. Dann kommt der Strom weg.

Aber wie clever sind die vier Geschwisterkinder? Merken sie irgendwann, dass gar kein Strom mehr fließt? "Das war für uns ein echtes Experiment", sagt Bianka Ziem. "Deswegen haben wir Tierpfleger als Beobachtungsposten aufgestellt, die schauen sollten, ob die Nasenbären lernen, was der Zaun bedeutet." Mittlerweile wissen die zwei Weibchen und zwei kastrierten Männchen Bescheid. Am Montag, 24. November, dürfen Besucher das Außengehege betreten. Dort können sie auch durch eine Glasscheibe ins Innere des Nasenbärenhauses schauen. Die Tiere zu füttern macht übrigens keinen Sinn: "Sie fressen am liebsten Insekten. Es ist eine Freude ihnen zuzuschauen, wie sie die Erde mit ihrer langen Nase aufwühlen. Für sie ist das Außengehege das Schlaraffenland schlechthin", freut sich Bianka Ziem.

Im Winter ist der Tiergarten täglich von 9 bis 16 Uhr offen.