Die Kunden in den 22 Mitgliedsorten des Wasser-und Abwasserzweckverbandes (WAZV) Bode-Wipper Staßfurt bezahlen ab 1. Januar 2015 weniger Geld für das Trinkwasser. In einem Teil des Verbandsgebietes sinkt auch der Schmutzwasserpreis.

Staßfurt l Die Gebühr für das Trinkwasser sinkt im neuen Jahr im ehemaligen Landkreis Staßfurt einschließlich Kroppenstedt und Güsten von derzeit 1,41 Euro um sieben Cent auf 1,34 Euro. Das sieht die neue Wassergebührensatzung des Verbandes für den Zeitraum von 2015 bis 2017 vor, die die Verbandsversammlung am späten Dienstagnachmittag in ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr einstimmig beschloss.

"Wir hatten für den laufenden Kalkulationszeitraum mit höheren Kosten kalkuliert", sagte Geschäftsführer Andreas Beyer, der von einer Überdeckung in Höhe von 493 321 Euro sprach. Positiv auf die Gebührenentwicklung habe sich auch der Mehrverkauf von 233 913 Kubikmeter Trinkwasser ausgewirkt.

Eine ähnlich positive Entwicklung konnte Beyer auch für die Schmutzwassergebühren im alten Verbandsgebiet I (ohne Bodeniederung) aufzeigen. Hier wird die zentrale Schmutzwasserentsorgung gleich um 23 Cent pro Kubikmeter billiger. Bislang lag der Preis bei 1,78 Euro, dann bei 1,55 Euro.

"Das ist schon nicht schlecht", lobte der Vorsitzende der Verbandsversammlung, Wolfgang Kaufmann. Auch hier war man bei der Kalkulation von höheren Kosten ausgegangen. Statt 7,6 Millionen Euro waren es am Ende nur 5,559 Millionen Euro inklusive der Überdeckung aus der Vorperiode.

Schlechter sieht dagegen die Situation für die Grundstücksbesitzer aus, die ihr Abwasser in Kleinkläranlagen einleiten müssen. In diesen Fällen steigt der Preis von 1,07 auf 1,13 Euro. Diese Erhöhung lasse sich nicht vermeiden, weil man für die Abfuhr trotzdem die entsprechende Technik vorhalten und einen gewissen Aufwand betreiben müsse, erläuterte der Verbandsgeschäftsführer. Es handele sich nur noch um sehr wenige Anlagen, rund 30 bis 40.

Die Haushalte mit Kleinkläranlagen müssen künftig für die Entsorgung des Fäkalschlammes 13,84 Euro bezahlen. Das sind 1,50 Euro mehr als bisher. Bei Sammelgruben, die nach dem Trinkwassermaßstab berechnet werden, werden künftig 3,66 Euro statt 2,92 Euro pro Kubikmeter fällig. Bei Sammelgruben, bei denen der Mengenmaßstab abgewandt wird, steigt der Entsorgungspreis von 11,44 auf 14,16 Euro.

Im Verbandsgebiet II (Bodeniederung) waren die Schmutzwassergebühren bereits zum 1. Januar 2013 gesenkt worden. Für die zentrale Entsorgung reduzierten sie sich von 4,25 Euro auf 3,93 Euro je Kubikmeter. Die Grundgebühr blieb davon - ebenso wie jetzt im Abrechnungsgebiet I - unverändert.

Auch bei der dezentralen Entsorgung sanken die Gebühren in der Bodeniederung für die Fäkalschlammentsorgung von 88,15 Euro je Kubikmeter erheblich auf 37,18 Euro. Das ist auch möglich durch die Einführung einer Grundgebühr, die die Hausbesitzer, deren Grundstück nicht an das Kanalnetz angeschlossen ist, künftig in Höhe von 30 Euro pro Jahr entrichten müssen. Die Niederschlagswassergebühr veränderte sich dagegen nur leicht von 1,95 Euro je Quadratmeter Einleitfläche auf 1,88 Euro.

In der Vorausschau für die Jahre 2018 und folgende müssen sich die Kunden des WAZV auf steigende Gebühren einstellen, kündigte Beyer an. Da werde man beim Trinkwasser bei 1,55 Euro und beim Schmutzwasser im Gebiet I bei 2 Euro liegen. "Der Trinkwasserlieferant, die TWM Magdeburg, will den Wasserpreis 2018 um zehn Cent netto erhöhen. Den müssen wir eins zu eins auf unsere Gebühr draufschlagen. Da habe ich keine andere Möglichkeit", sagte Beyer. Auswirken werde sich auch der Verlust von 7000 Kunden seit 2004.