Katastrophale Straßen- und Gehweg-Zustände, desolate Brücken und anstehende Baumpflege. Die Liste mit Bauvorhaben und Pflegemaßnahmen, die der Bauausschuss der Stadt für Amesdorf, Güsten, Osmarsleben und Warmsdorf angelegt hat, wird immer länger. Hoffnung setzt die Stadt auf ein Förderprogramm, das bis 2022 läuft - und nicht zuletzt auf die dafür notwendigen Eigenmittel.

Güsten l "Die Liste wird länger und länger", brachte es Ausschussvorsitzender Michael Dobritz gleich auf den Punkt, als er begann, die Prioritätenliste für Bauvorhaben in diesem Jahr und für 2016 vorzulesen. "An erster Stelle steht die Wipperbrücke im Zuge der Karl-Marx-Straße, damit sich Oberdorf und Unterdorf nicht irgendwann gegenüber stehen und nur noch angucken können. Zweitens: der Rathaus-Anbau in Güsten." Damit werde der diesjährige Haushalt schon am Ende sein, so Dobritz. "Aber vielleicht gibt uns das Land ja noch was." Da denke man beispielsweise noch an die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik. "Was favorisieren wir 2016?", fuhr der Ausschussvorsitzende fort, "das Rückhaltebecken in der Langen Straße in Osmarsleben, die Straße zwischen Burgwall Güsten und Flutmulde, den zweiten Bauabschnitt des Radwegs zwischen Güsten und Amesdorf, die Erhöhung der Brüstung der Liethebrücke zur Neuen Anlage in Güsten, die Sanierung der Neundorfer Straße in Güsten, die Maßnahmen gegen die Vernässung der Fabrik Osmarsleben, die Grüne Gasse in Amesdorf, Gehwege in der Horst-Heilmann-Straße und am Eichenplatz in Amesdorf, die Liethestraße und Leopoldshaller Straße in Güsten, die Randsiedlung in Güsten..." Es folgten noch mindestens 15 weitere Punkte, und sie lasen sich wie ein Wettbewerb "Güstens schlimmste Straßen".

Bürgermeister Helmut Zander meinte: "Erfasst das weiter. Wir sind im Förderprogramm ,Kleine Städte und Gemeinden` bis 2022." Man habe Erfahrungen mit Programmen wie Dorferneuerung, Stadtkernsanierung, Urban 21. "Natürlich immer unter dem Vorbehalt, Eigenmittel zu haben. Bis zu 80 Prozent Fördermittel sind jedenfalls eine feine Angelegenheit".

Für Empörung sorgte noch die Mitteilung, dass der desolate Hühne-Hof Osmarsleben von der unteren Denkmalschutzbehörde des Salzlandkreises nicht zum Abriss freigegeben wird, weil er auf der Denkmalliste stehe. Die "Beseitigung oder Zerstörung eines Kulturdenkmals" bedürfe der Genehmigung der oberen Denkmalschutzbehörde. Kommentare wie "Witz des Jahrhunderts" machten darauf die Runde.

   

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