Staßfurt (rki) l Auf Einladung der Vorsitzenden des Lebenshilfe Landesverbandes Sachsen-Anhalt, Waltraud Wolff, kommt die Bundesbehindertenbeauftragte Verena Bentele am 18. Februar nach Sachsen-Anhalt. Sie wird an diesem Tag die Lebenshilfe Bördeland gGmbH in Staßfurt besuchen. Dabei stehen Familien im Fokus. Deshalb wird sich Verena Bentele im Mutter-Kind-Haus über das Leben von Menschen mit Behinderungen und deren Kinder informieren.

Nach wie vor ist das Thema Elternschaft bei Menschen mit Behinderungen mit Vorurteilen belastet. Auch sie haben genauso wie alle ein Recht auf Elternschaft. Wie sie damit umgehen, welche Probleme im Alltag es gibt und wie ihnen dabei geholfen werden kann, das soll in Staßfurt besprochen werden. Ein Punkt dabei ist die Elternassistenz/begleitete Elternschaft: Damit wird der Wunsch von behinderten Eltern umschrieben, die Hilfen zu erhalten, die sie benötigen, um ihre Mutter- beziehungsweise Vaterrolle ausfüllen zu können. Das können Leistungen für die Kinder sein aus dem Sozialgesetzbuch VIII oder für die Eltern aus der Eingliederungshilfe.

Ein Beispiel: Eine Frau im Rollstuhl kann nicht alleine mit ihrem Kind auf den Spielplatz gehen. Dafür benötigt sie Unterstützung. Ein verbrieftes Recht auf Unterstützung, also Elternassistenz, gibt es bisher nicht. Der Landesverband der Lebenshilfe spricht sich an dieser Stelle für praktikable Lösungen im Sinne der Familien aus. Ein wichtiger Schritt dahin wäre eine Finanzierung der Hilfen aus einer Hand durch eine engere Vernetzung der zuständigen Behörden, hieß es gestern.