Am 24. April 2009 berichtete die Volksstimme vom Kampf der Wolmirslebener gegen den Verfall ihrer Kirche. Nun sind fast weitere sechs Jahre ins Land gegangen. Noch immer kämpfen die Bürger für den Erhalt von Sankt Nicolai. In den kommenden Jahren gibt es noch ausreichend Aufgaben, meint Pfarrer Michael Weber.

Wolmirsleben l Die Sanierung einer Kirche verlangt von allen Beteiligten meist Geduld und Ausdauer. Ein Lied davon können die Wolmirslebener Bürger singen. Denn ihre Sankt Nicolaikirche ist nun im elften Jahr Schauplatz umfangreicher Sanierungen.

Dabei ist das Gotteshaus noch nicht einmal sehr alt. Erbaut wurde die Kirche von 1833 bis 1834. Dazu rissen die Wolmirslebener die alte Kirche ab. Es sei damals die Zeit für die "Rübendome" gewesen, sagt Pfarrer Michael Weber. Nicht nur in Wolmirsleben stifteten die reichen Bauern Geld, um ein neues Gotteshaus zu errichten.

Während des real existierenden Sozialismus litten die Bauwerke dann über viele Jahrzehnte. Die kleinen Kirchengemeinden hatten kaum das Geld und die Mittel, die Kirchen zu erhalten. Die 40 Jahre DDR gingen auch an der Wolmirslebener Kirche nicht spurlos vorbei, sagt der Pfarrer rückblickend.

Um sich selbst zu helfen, gründeten die Wolmirslebener vor nahezu elf Jahren einen Förderverein, der sich mit um die Finanzierung der zu erwartenden Sanierungskosten kümmern sollte. Noch heute sammelt der Förderverein Geld für die weiteren Arbeiten. Die Spenden des Fördervereins helfen seit Jahren der Kirchengemeinde dabei, Fördermittel einzuwerben, betont der Pfarrer. Wenn schon einmal Geld in der Kirchengemeinde vorhanden sei, komme schneller eine Förderung zustande, als wenn die Eigenmittel fehlen.

Weit über 100 000 Euro, schätzt Michael Weber, seien in den zurückliegenden Jahren in den Erhalt der Kirche geflossen. So wurde bereits das Dach neu eingedeckt. Bis zu 100 Jahre sollte die neue Eindeckung bestenfalls den Regen aus dem Gebäude halten.

Doch es gibt es noch zahlreiche Baustellen. So wurden kürzlich erst die Giebelsteine neu verfügt. Die Bauherren hatten damals Blei genommen, um das Wasser abzuhalten. Doch ewig hält auch diese Konstruktion nicht und musste nun erneuert werden, schildert er.

Großes Sorgenkind sind aktuell noch die Fenster. 32 große Fenster gibt es in der Sankt Nicolaikirche. Sie sollen in den kommenden beiden Jahren saniert werden. Der Zahn der Zeit hat an den Bleiglasfenstern genagt. Einzelne Scheiben sind in der Vergangenheit zerbrochen und müssen ersetzt werden. Die Bleifugen sind nicht mehr im besten Zustand zwischen den Scheiben. Pro Fenster rechnet der Pfarrer mit bis zu 3000 Euro Kosten. Schnell kommen bei der Fenstersanierung große Beträge zusammen. Ziel sei es aber, die Kirche vor den Witterungseinflüssen zu schützen, sagt er weiter. Denn noch ist das Kirchengebäude nicht komplett dicht. Erst nach der Fenstersanierung wird das Wetter im Gebäude keinen Schaden mehr anrichten können.

Nach der Fenstersanierung sei jedenfalls noch nicht Schluss mit den Aufgaben. Im Innern der Kirche gebe es noch ausreichend Arbeit für die kommenden Jahre, ist der Pfarrer überzeugt.

Er freut sich aber vor allem darüber, dass sich die Gemeindemitglieder und Bürger seit Jahren für das Bauwerk einsetzen. Dabei fehlt es auch nicht an Prominenz. Zwei ehemalige Minister des Landes gehören dem Förderverein an und sorgen mit ihrer Mitgliedschaft ebenso dafür, dass das Projekt nicht in Vergessenheit gerate, freut er sich.

Die Arbeit des Fördervereins würdigt der Pfarrer mit großen Worten. Denn die Bürger seien maßgeblich an dem Erhalt und der Sanierung der kleinen Dorfkirche in Wolmirsleben beteiligt.

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