Drei Ilberstedter sind angetreten, mit einer Bürgerwindkraftanlage ihren Teil zur Energiewende beizutragen und Wertschöpfung vor Ort zu betreiben. Für ihr Projekt suchen sie Mitstreiter und versprechen damit auch eine erfolgreiche Geldanlage.

Ilberstedt l Eine Geldanlage für Bürger. Das klingt gut. Ist aber nicht der wichtigste Beweggrund, eine Bürgerwindkraftanlage zu bauen, versichert Rolf Rieken, als er das Projekt vorstellt. "Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, die Energiewende in Deutschland voranzutreiben. Wollen wir lieber Atommüll lagern in ehemaligen Salzlagerstätten oder eine Alternative?" Natürlich wäre das auch eine Geldanlage für die "kleinen Leute", also auch ein Schritt, die Wertschöpfung vor Ort zu lassen. Riekens Mitstreiter Ivo Fräsdorf ergänzt: "Bislang betreiben Gesellschaften Windparks. Von denen haben die Bürger aber nichts." Mit im Boot sitzt noch Marcel Gratzik. Zusammen haben die Ilberstedter eine Firma gegründet. Sie haben die Grundstücksfrage bereits geklärt. Die Windkraftanlage soll einen Platz auf dem Walkhügel zwischen dem Ilberstedter Ortsteil Cölbigk, Aderstedt und Osmarsleben finden, wo bereits ein Windpark existiert. Das Genehmigungsverfahren laufe. Der Diplom-Ingenieur, der Polizeibeamte und der Inhaber einer Heizungsfirma suchen jetzt noch die Zustimmung des Gemeinderats. Und natürlich Bürger, die sich an der Finanzierung beteiligen. Bei einem nötigen Eigenkapital von bis zu einer Million Euro sind sich die Initiatoren bewusst, dass sie auch Bürger aus der Umgebung ermuntern müssen mitzumachen. Wenn die Baugenehmigung für das Modell mit einer Nabenhöhe von 140 Metern absehbar ist, wolle man eine GmbH Co. KG gründen. Das Projekt sei nicht neu. Beispiele für Bürgerwindräder gebe es Dutzende wie etwa in Solschen/Niedersachsen oder auf Schacht Gorleben. Bis Ende 2016 greife die garantierte Einspeisevergütung. Bis dahin soll das Windrad stehen. Eine Bürgerversammlung ist noch in diesem Frühjahr geplant.