Staßfurt l "Ich bin wahnsinnig überwältigt von dem Ergebnis", dankte Sven Wagner (SPD) allen Wählern, Freunden und seiner Familie, nachdem die Stimmen in den 23 Wahllokalen nach einer knappen Dreiviertelstunde ausgezählt waren. Was er in den letzten Wochen nach außen suggeriert habe, wolle er jetzt umsetzen, nämlich "Staßfurt zu einer der lebens- und liebenswertesten Stadt im Salzlandkreis zu machen". Er wolle die Leute mitreißen, so der 41-Jährige, der am 7. Juli seinen Platz als Sozialversicherungs-Fachangestellter mit dem Chefsessel im Staßfurter Rathaus tauschen wird. Eines seiner größten Aufgaben werde sein, Transparenz walten zu lassen. Ein Kernthema soll die Wirtschaft sein. Im ersten Jahr werde er 100 Firmen besuchen, hatte Wagner im Wahlkampf verlauten lassen.

"Ich wünsche dem Wahlsieger in der Zukunft viel Erfolg"

Spürbar gedrückt die Stimmung unterdessen im Parksalon des Salzlandcenters bei Amtsinhaber René Zok (parteilos). "Ich wünsche dem Wahlsieger in der Zukunft viel Erfolg", lässt ein fairer Verlierer übermitteln. "Und Danke all denen, die mir erneut ihr Vertrauen schenken wollten." 800 Stimmen Unterschied seien aber doch ein eindeutiges Ergebnis für ihn. Was er ab dem 7. Juli machen wird, werde er sehen, sagt er nur kurz. Die Aufgaben für die Stadt würden nicht leichter werden, eher schwieriger, meint er noch. Am heutigen Montag sei er im Rathaus. Vom spannungsgeladenen Wahlkampf erholen wird sich der 47-Jährige erst im Mai.

Der beste der im ersten Wahldurchgang vor 14 Tagen unterlegenen Kandidaten Johann Hauser (FDP) hatte trotz des schönen Frühlingswetters auf eine hohe Wahlbeteiligung bei der Stichwahl gehofft. "Nicht zu wählen, wäre grundverkehrt", so der erst am Sonnabend von den Liberalen des Salzlandes wiedergewählte FDP-Kreisvorsitzende, der "selbstverständlich" auch seine Stimme gestern abgab. Alles andere hätte ihn gewundert, "wenn der, der im ersten Wahlgang 28 Prozent bekommen hat, nun in der Stichwahl über 50 Prozent bekommen hätte". Hauser hatte in Zoks erstem Ergebnis ein klares Anzeichen für eine Wechselstimmung gesehen.

Der Wahlkampf zwischen Wagner und Zok und auch das Wahlduell am vergangenen Mittwoch (wir berichteten) waren angenehm sachlich und fair. Überraschend waren die geringen Punkte einiger Unterlegener nach dem ersten Wahldurchgang. Und auch manche skurrilen Reaktionen werden wohl so schnell nicht vergessen sein. So hatte Eric Maindok bis auf sein Mandat als Ortschaftsrat in Athensleben alle Ehrenämter und Initiativen hingeworfen. Und Hartmut Wiest sorgte mit Sätzen wie "Fress- und Sauforgien bringen Punkte in Staßfurt" für große Empörung bei den Bürgern.

"Die Stichwahl verlief reibungslos", attestierte Dominik Iser als Mitarbeiter des Wahlbüros. Die 30,52 Prozent Wahlbeteiligung bezeichnete er als "ganz positiv für eine Stichwahl". 2008, als René Zok mit 53,79 Prozent gegen Michael Hauschild (SPD) gewann, hatte sie bei 23,59 Prozent gelegen.

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