Auf eine positive Entwicklung konnte der Vorsitzende der Jägerschaft Staßfurt, Wolfgang Rost, am Ende des Jagdjahres 2014/2015 verweisen. Er zog auf einer Jahreshauptversammlung in Wolmirsleben Bilanz.

Wolmirsleben l "Das Jagdwesen befindet sich in Sachsen-Anhalt in guter Verfassung. Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist bei uns die Welt in Ordnung. Das 2011 eingeführte Jagdgesetz hat sich in der Praxis bewährt", stellte Rost im Saal der Gaststätte "Deutsches Haus" in Wolmirsleben mit Zufriedenheit fest.

Mit Sorge schauen die Jäger und Weidgenossen jedoch nach Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. "Dort wird erkennbar, dass die Regierungen die erkämpfte Bundesregelung schon bald umgehen wollen. So wird versucht, den Austritt aus einer Jagdgenossenschaft nicht nur natürlichen Personen zu ermöglichen, sondern auch auf Verbände zu erweitern. Das hätte zur Folge, dass große Flächen, die im Eigentum von Verbänden sind, nicht mehr bejagt würden. Verlierer dieser Politik ist vor allem die Natur. Die Artenvielfalt würde sinken und die Tiergesundheit wäre in Gefahr, ganz zu schweigen von wirtschaftlichen Schäden, wie zum Beispiel Wildschäden oder -unfällen", warnte Rost. Deshalb hatten die Staßfurter Jäger am 18. März den Protestmarsch vor den Düsseldorfer Landtag aktiv unterstützt.

Auf die Wiederansiedlung des Wolfes in Sachsen-Anhalt eingehend sagte der Chef der Jägerschaft Staßfurt, dass aus Sicht des Landesjagdverbandes (LJV) Sachsen-Anhalt ein Maximalbestand von 90 Wölfen in Sachsen-Anhalt als ökologisch vertretbar angesehen werde.

Die Jägerschaft Staßfurt, die in etwa das Territorium des Altkreises Staßfurt umfasst, kann auf einen Bestand von 147 Mitgliedern verweisen. Das Durchschnittsalter liegt bei 56 Jahren, teilte Wolfgang Rost mit. "Im Bereich unserer Jägerschaft gibt es überwiegend gemeinschaftliche Jagdbezirke mit geringem Anteil an Eigenjagdbezirken in Privathand. Forstreviere aus Eigenjagden des Landes sind nicht in unserer Jägerschaft. Zirka 95 Prozent unserer Mitglieder üben auf diesen Flächen als Pächter, Mitpächter beziehungsweise Erlaubnisschein-Inhaber die Jagd aus", fügte er hinzu.

Auf Unmut der Grünröcke stößt die immer häufiger auftretende wilde Müllverkippung und der Vandalismus.

Kreisjägermeister Jens Hennicke sagte: "Wir haben viel erreicht und können stolz sein." Er bedankte sich bei den Jägern unter anderem dafür, dass sie 9000 Kilogramm Wildbrett für die menschliche Ernährung zur Verfügung gestellt haben. Um die Schäden durch Raubwild in den Städten verringern zu können, schlug er vor, wie in Magdeburg eine Arbeitsgruppe "Wildtiere" zu gründen. "Ich versuche, das mit den vier größeren Städten des Salzlandkreises hinzubekommen", sagte Hennicke.

Der Präsident des Landesjagdverbandes, Hans-Heinrich Jordan, meinte, die Jägerschaft Staßfurt könne auf ihr 25-jähriges Bestehen stolz sein. Er riet dazu, dass sich die Jäger an einer Petition zur Neufassung des Kampfhundegesetzes beteiligen, obwohl CDU und SPD im Land zugesagt hätten, die Jagdhunde und die in Ausbildung befindlichen Hunde heraus nehmen zu wollen.

Der designierte Staßfurter Oberbürgermeister Sven Wagner (SPD) versicherte als passionierter Weidgenosse, dass er immer ein offenes Ohr für die Probleme der Jägerschaft haben werde. Zudem werde er auch weiterhin in den Kitas und Schulen präsent sein, um die Jagd in das rechte Licht zu rücken. Zugleich regte er in seinem Grußwort einen intensiveren Austausch mit den anderen Jägerschaften des Kreises an.

 

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