Das traditionelle Egelner Bahnhofsfest ließ am Sonnabend und Sonntag die Herzen der kleinen und großen Eisenbahnfans höher schlagen. Das Ganze auf die Beine gestellt hatte der Verein Nebenbahn Staßfurt-Egeln.

Egeln l Zu den Höhepunkten des inzwischen 8. Egelner Bahnhofsfestes gehörte auch die Fahrt mit einer Ferkeltaxe oder mit einer Lokomotive der Baureihe 119. Diese Möglichkeit, per Triebwagen oder mit dem Personenzug vom Egelner Bahnhof aus mal wieder nach Schneidlingen oder in die andere Richtung nach Wester-egeln fahren zu können, wollten sich etliche Bahnfreunde, darunter auch Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Stöhr und dessen Familie, am Wochenende nicht entgehen lassen.

Schließlich ist der Personenverkehr auf dieser Nebenbahn, die einst von Staßfurt über Hecklingen und Egeln zum Eisenbahnkreuz Blumenberg im Bördekreis führte, am 29. Mai 1999 auf dem Abschnitt Egeln-Blumenberg und am 28. September 2002 auch zwischen Egeln und Staßfurt komplett eingestellt worden.

Dort gab es viel zu sehen. So waren der Einsatz der nebenbahntypischen Dampflok 52 8184-5 aus dem Traditionsbahnbetriebswerk Staßfurt und die Rangierdiesellok 105 992-2 aus Staßfurt im Bahnhof Egeln und auf der Strecke angekündigt worden.

Die Besucher konnten an beiden Tagen wieder auf den Führerständen von Lokomotiven neben dem Lokführer stehen. Einen historischen Schienenersatzverkehr gab es ferner zur Alten Ziegelei in Westeregeln. Im Bahnhofsgebäude warteten Modelleisenbahnen auf interessierte Besucher.

Dort setzte Hans-Peter Hacke aus Groß Börnecke auf der digitalen H0-Anlage zum Erstaunen der Kinder die zahlreichen Schienenfahrzeuge per Handsteuerung in Bewegung. "Das Ganze ist ohne historisches Vorbild in einer Bauzeit von rund eineinhalb Jahren für sechs Züge geschaffen worden", sagte der Börnecker. "Das Bauen macht mehr Spaß als das Spielen", fügte er hinzu. Zu seinem Fahrzeugbestand gehört auch das Modell einer Dampflok 201, die in Halle (Saale) umgebaut worden war.

"Wir können uns nicht beklagen. Das Wetter war toll. Und auch die Besucherzahlen waren hervorragend. Sie lagen auf dem Niveau des vergangenen Jahres. Damit sind wir zufrieden. Ich denke, wir haben auch ein gutes Programm geliefert."

Die Liebe zu den Modelleisenbahnen ist bei Hans-Peter Hacke schon als Kind geweckt worden. "Ich erinnere mich noch ganz genau, dass es in den 1960er Jahren bei Benatti in Staßfurt vor Weihnachten eine Modeleisenbahn zu sehen gab. Seit dieser Zeit habe ich diesen Virus in mir", sagte Hacke schmunzelnd. Seine erste eigene Eisenbahn bekam er 1963 von seinen Eltern geschenkt, weiß er heute noch ganz genau. Deshalb freute er sich, dass ihm mit viel Interesse der achtjährige Morten und sein vierjähriger Bruder Finn beim Bedienen der Modellbahnen zuschauten. Die beiden Brüder waren mit ihren Großeltern aus dem benachbarten Etgersleben angereist, um ein Eis essen und sich die zur Schau gestellte Technik anschauen zu können. "Die Anlage gefällt mir gut, so wie sie aufgebaut ist. Auch die Eisenbahn ist schön", sagte Morten.

Auf besonderes Interesse bei den kleinen Festbesuchern stieß auch die im Bahnhofsgebäude ausgestellte Black-Box von Klaus Kosch aus Magdeburg. Dabei handelte es sich um eine Miniaturanlage mit den Abmessungen von einem Meter mal 0,5 Meter und einer Gleislänge von insgesamt 4,30 Meter mit sechs Weichen und einem sogenannten Busch-Feldbahngleis.

"Wir können uns nicht beklagen. Das Wetter war toll. Und auch die Besucherzahlen waren hervorragend. Sie lagen auf dem Niveau des vergangenen Jahres. Damit sind wir zufrieden. Ich denke, wir haben auch ein gutes Programm geliefert", schätzte der Vorsitzende des Vereins Nebenbahn Staßfurt-Egeln, Mirko Mokry, am Sonntagnachmittag ein.

Aufgrund des großen Erfolges plant der Verein im nächsten Jahr auf alle Fälle eine Neuauflage des Egelner Bahnhofsfestes. Es werde wie immer am ersten Wochenende im Mai stattfinden, sagte Mokry. "Das hat sich bewährt."

 

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