Am gestrigen Deutschen Mühlentag konnte erstmals auch wieder die schöne Windmühle in Hakeborn besichtigt werden. Von diesem Angebot der Mühlenbesitzer machten sehr viele Besucher Gebrauch.

Hakeborn l Dabei konnten Astrid und Sven Schulz aus Magdeburg, die dieses Denkmal im Jahr 2000 von Wolfgang Pieper übernommen hatten, sowie ihre Kinder mit Hiltrud Fiedler, geborene Taubenroth, auch eine Frau aus der alten Müllerfamilie Taubenroth begrüßen. Der Bruder ihres Urgroßvaters sei einst in dieser Mühle tätig gewesen, sagte sie.

Die neuen Besitzer haben bislang weder Kosten noch Mühen gescheut, um dieses technische Denkmal für die Nachwelt zu erhalten.

"Im Jahr 2011 haben wir zunächst einmal das Dach neu eindecken lassen von einem Mühlenbauer aus Dingelstedt", sagte Schulz. Er habe eine Schindeleindeckung in Lärche vorgenommen. "Wir hoffen, dass wir die nun nächsten 50 bis 60 Jahre Ruhe haben", sagte er. Die Kosten gab er mit rund 15000 Euro an.

Ursprünglich sollte diese Investition über Fördermittel finanziert werden. Doch durch einen vorzeitigen Baustart, von dem die Genehmigungsstelle Wind bekam, platzte der Zuschuss.

Das stieß bei den Besuchern auf Unverständnis. "In diesem Land wird irrsinnig viel Geld zum Fenster rausgeworfen", sagte Verbandsgemeinderat Ulrich Biermann (Linke). Schulz habe offensichtlich falsche Freunde. Damit spielte Biermann auf die finanzielle Unterstützung des Landes für den Neugatterslebener Unternehmers Klaas Hübner durch Steuererleichterungen und zusätzliche Fördermittel für dessen Firmen an.

Bei der Besichtigungstour, für die die Gäste zunächst eine steile Treppe erklimmen mussten, schwärmte Schulz: "Das ist schon eine tolle Leistung der Leute aus den vergangenen Jahrhunderten, die an dieser Mühle gearbeitet haben." Er sei jedes Mal wieder aufs Neue begeistert, wenn er die stabile Balkenkonstruktion sehe. "Die Mühle muss gut gelaufen sein, denn sie hat einen zweiten Mahlgang erhalten. Damit hat sie allerdings durch das zusätzliche Gewicht einen kleinen Schlag erhalten", sagte der Mühlenbesitzer.

Von diesem Bauwerk zeigte sich aus Klaus Gerner aus Warmsdorf, der die dortige Kirche vor Jahren aus eigener Kraft zu einem Wohnhaus mit Pension umgebaut hatte, begeistert. Er kann sich vorstellen, dass es Sven Schulz in Eigenleistung möglich sein wird, die Flügel wieder anzubauen. "Das ist machbar. Ich will alles versuchen, ihm zu helfen mit Kontakten zum Thema Denkmalpflege und Fördermittel", sagt Gerner.

 

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