Staßfurt. Jedes Jahr am ersten Freitag im März begehen Frauen auf der ganzen Erde den Weltgebetstag. In über 170 Ländern finden sie sich zusammen, um über Konfessionen und nationale Grenzen hinweg, nach Vorgabe der vom Internationalen Weltgebetskomitee herausgegebenen Gebetsordnung, die jedes Jahr von Frauen eines anderen Landes erarbeitet wird, zu beten und zu handeln. Die Liturgie der Gottesdienste wurde in diesem Jahr von Frauen aus Kamerun verfasst.

Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der St .-Petri-Kirche beteiligten sich am Freitagabend auch Staßfurter Christinnen aus den beiden evangelischen Kirchengemeinde St. Petri und Johannis und St. Johannis Leopoldshall sowie aus der katholischen St .-Marien-Gemeinde an dieser weltweit größten ökumenischen Basisbewegung von Frauen.

" Informiertes Beten – betendes Handeln " ist das Motto des Weltgebetstages, wobei die diesjährige Weltgebetsordnung von Frauen aus Kamerun unter das Thema " Alles, was Atem hat, lobe Gott " gestellt wurde.

Nach der musikalischen Eröffnung durch Birgit Wassermann, die von drei jungen Sängerinnen des Leopoldshaller Kirchenchores unterstützt wurde und die gemeinsam die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes übernommen hatten, machte Maria Magdalena Knorrn anhand eines Dia-Vortrages mit dem aktuellen Weltgebetsland bekannt, das auch wegen seiner ethnischen, geographischen und religiösen Vielfalt " Afrika im Kleinen " genannt wird. Über 18 Millionen Menschen, die über 250 verschiedenen Volks- und Sprachgruppen angehören, leben in dem Land, das um ein Drittel größer ist als Deutschland. Etwa 50 Prozent der Bevölkerung sind römisch-katholische und protestantische Christen, 30 Prozent sind muslimisch und 20 Prozent pflegen traditionelle Religionen.

Die Staßfurter Christinnen erhielten weiter interessante Informationen zur politischen, wirtschaftlichen und sozialen Situation in Kamerun und insbesondere einen umfassenden Einblick in die Lebenssituation der Frauen des Landes, die trotz des Gesetzes zur Gleichbehandlung der Frauen geprägt ist von Benachteiligungen gegenüber den Männern. So haben sie weniger Zugang zu Bildung, Eigentum und politischer Freiheit und sind überwiegend allein verantwortlich, das wirtschaftliche Überleben der Familie zu sichern, zusätzlich zur Familienarbeit und zur Pflege alter und kranker Familienmitglieder.

Mit diesem Wissen ausgerüstet, führten die Frauen aus den drei Staßfurter Kirchengemeinden dann den Gebetsgottesdienst durch, der mit seinen Gebeten, Texten und Liedern ein Brückenschlag zu den Frauen in Kamerun war. Im Ruf zum Gebet, dem Schuldbekenntnis und der Bitte um Vergebung, der Litanei zur Lobpreisung, der Lesungen aus der Apostelgeschichte und aus dem Buch des Propheten Jesaja, der Verkündigung, den Fürbitten und dem Schlussgebet griffen sie die Gedanken, Sorgen und Anliegen der Kameruner Frauen auf und betonten die Verantwortung von Frauen für die Gestaltung der Welt im christlichen Miteinander und ermutigten dazu, bessere Bedingungen für alle zu schaffen.

" Betend handeln " – unter diesem Aspekt führten die Staßfurterinnen auch in diesem Jahr die Kollekte durch, mit der Frauenprojekte in der ganzen Welt, insbesondere auch in Kamerun unterstützt werden.

Im Anschluss an den Gottesdienst fand man sich noch im Gemeindehaus zum geselligen Beisammensein mit anregenden Gesprächen zusammen.